Neue Halle: So soll der Lärmpegel sinken

Für rund 25 Millionen Euro wird in Freiberg eine Vierfeld-Sportstätte gebaut. Doch nach dem Stadtratsbeschluss geht die Debatte weiter. Denn ein Knackpunkt ist der Geräusch-Schutz.

Freiberg.

Bei den Planungen für eine Vierfeld-Sporthalle im Stadtteil Friedeburg ist auch ein Fachplanungsbüro für Raumakustik an Bord. Das hat Freibergs Baubürgermeister Holger Reuter (CDU) auf eine Anfrage von Stadtrat Dieter Reimann (AfD) erklärt. Der 55-jährige Reimann, der selbst am Berufsschulzentrum "Julius Weisbach" in Freiberg unterrichtet, hatte sich nach Gesprächen mit Sportlehrern auch aus anderen Bildungseinrichtungen besorgt gezeigt, dass die Lärmentwicklung bei gemeinsamer Nutzung der neuen Halle durch mehrere Klassen zu gesundheitlichen Schäden bei Schülern und Lehrern führen könnte.

Die Vorschriften zum Lärmschutz hatte Reimann bereits in der Stadtratssitzung am 7. Mai angesprochen, als der 25-Millionen-Euro-Bau mehrheitlich beschlossen wurde. Der Baubürgermeister hatte in der Sitzung geantwortet, dass der Lärmschutz durch Trennwände gewährleistet werde.

Schriftlich versicherte Reuter dem AfD-Politiker später, dass der Geräuschpegel gesenkt werde. Danach würden Bauteile geprüft, die die Nachhallzeit reduzieren sollen. Reuter wörtlich: "Ziel ist, den Schall letztlich zu absorbieren und damit den hörbaren Geräuschpegel zu senken." Dafür würden beispielsweise die perforierten Prallwände, die Brüstungen, die doppelschaligen Trennvorhänge oder auch eine Unterhang-Deckenbekleidung verglichen, um ein Optimum zu erzielen.

Reuter räumte zugleich ein, dass die Bau-Norm die Vorschriften nicht nach dem Alter der Nutzer differenziere. Vielmehr gehe es darum, dass die Sprachverständlichkeit in den Unterrichtsräumen auch über mittlere und große Entfernungen gesichert ist.

"Bei Mehrzweckhallen gibt es grundsätzlich immer eine gewisse Lärmproblematik", bestätigte Lutz Steinert vom Landesamt für Schule und Bildung auf Nachfrage von "Freie Presse". Bei der Nutzung durch Grundschulen verstärke sich dieser Effekt noch, verweist der Behördensprecher auf das Temperament in dieser Altersklasse.

Deshalb sollten in der Bauplanung mit den Akustikplanern alle Möglichkeiten geprüft werden, wie bauseitig für Lärmschutz gesorgt werden könne, rät der Schulamt-Sprecher. Dies betreffe nicht nur den Prallschutz an den Wänden, vielmehr auch den Hallenboden, das Deckenmaterial, die Fenster, das Trennwandmaterial, das Lüftungssystem, die Tribünenkonstruktion und auch die Beschallungsanlage für Wettkämpfe und Veranstaltungen. "Die Sportlehrer müssen ohne Technik zu verstehen sein", stellt Steinert klar.

Solange dazu Zeit und Gelegenheit sei, sollten die Erfahrungen der Betreiber anderer Mehrfeld-Hallen genutzt und daraus Optimierungen für den Lärmschutz abgeleitet werden, fügt er hinzu: "Mehrfach Bauen beziehungsweise im Nachhinein Verändern wird erfahrungsgemäß wesentlich teurer."

Am Berufsschulzentrum "Julius Weisbach" gebe es in der Turnhalle am Schachtweg in Freiberg einen Trennvorhang, berichtet Schulleiter Frank Wehrmeister auf Anfrage von "Freie Presse". Die Sporthalle werde jede Woche für etwa 14 Unterrichtsstunden geteilt genutzt: "Der Lärmpegel ist bei 'doppelter Nutzung' der Turnhalle - in Abhängigkeit vom jeweiligen Stundenthema - natürlich sehr hoch." Bisher habe es aber noch keine Beschwerden von Schülern gegeben, so Wehrmeister weiter. Die Sportlehrer versuchten, sich auch abzustimmen und aufeinander zu achten. Mögliche Beschwerden von sonstigen Nutzern seien ihm nicht bekannt; die Halle wird auch von Sportvereinen genutzt.

Marko Winter, Chef der AfD-Fraktion im Stadtrat, hält die Lärmproblematik für lösbar. "In der Rüleinhalle in Freiberg hört man zwar etwas vom Nachbarn, aber es ist beherrschbar", weiß er aus Beobachtung. Ähnliches sei ihm aus der Sporthalle des Cottagymnasiums in Brand-Erbisdorf berichtet worden.

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