Wähler haben entschieden: Dirk Müller neuer Bürgermeister

Nach 30 Jahren ein neuer Chef im Rathaus von Großhartmannsdorf: Laut vorläufigem Ergebnis hat sich der 47-Jährige im Kopf-an-Kopfrennen deutlich gegen Philipp Preißler durchgesetzt.

Großhartmannsdorf.

75,5 Prozent der rund 2100 Wahlberechtigten von Großhartmannsdorf haben am gestrigen Sonntag ihren neuen Bürgermeister gewählt: Nach vorläufigem Ergebnis wurde Dirk Müller für die CDU auf Platz 1 gewählt, Philipp Preißler für die Freie Wählervereinigung Großhartmannsdorf auf Platz 2. Das teilte die Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses, Sarah Koch, auf Anfrage der "Freien Presse" mit. Wie viele Stimmen genau jeder Kandidat gewinnen konnte, wolle sie erst am Montagabend um 19 Uhr im Mayoratsgut bei der öffentlichen Tagung des Gemeindewahlausschusses bekanntgeben, sagte sie.

Dirk Müller freut sich über das deutliche Ergebnis, wie er bemerkte. Seiner Information nach habe er 1152 Stimmen bekommen; 390 Wählerinnen und Wähler haben Philipp Preißler gewählt. "Damit habe ich nicht gerechnet. Ich bin sehr überwältigt von dem klaren Ergebnis", sagte Dirk Müller am Abend. Anfang August hatten die Christdemokraten den 47-Jährigen als Bürgermeisterkandidat nominiert. "Ich bin allen dankbar, die mich unterstützt haben und hoffe, dass ich das Vertrauen zurückgeben kann", ergänzte er.

Philipp Preißler (35) wirkte geknickt am Sonntagabend, sagte aber: "Ich gratuliere Dirk Müller und hoffe, dass er das Amt so gestaltet, wie ich es gern getan hätte. Die Gemeinde hat anders entschieden und bekommt jetzt das, was sie gewählt hat."

Die letzte Bürgermeisterwahl fand am 7. Juni 2015 in Großhartmannsdorf statt. Seinerzeit stellten sich Amtsinhaber Werner Schubert (CDU), Philipp Preißler (Freie Wählervereinigung) und Jens Härtig (SPD) zur Wahl. Die Wahlbeteiligung lag 2015 bei 66,9 Prozent. Die Mehrheit der Bürger entschied sich für eine weitere siebenjährige Amtszeit von CDU-Bürgermeister Werner Schubert. Nun, fünf Jahre später, räumt dieser aus Altersgründen den Chefsessel im Rathaus. Werner Schubert zählt zu den Bürgermeistern in Mittelsachsen mit der längsten Dienstzeit. Seit 1990 führt er ununterbrochen die Geschäfte in Großhartmannsdorf; ab 1994 dann als Bürgermeister der Einheitsgemeinde Großhartmannsdorf inklusive Mittelsaida, Obersaida und Niedersaida. Am 12. Juni 1994 hatten 93,8 Prozent der Wähler für ihn gestimmt; klarer Sieg im ersten Wahlgang. Sieben Jahre später, 2001, war es kniffliger. Schubert setzte sich erst im zweiten Wahlgang mit 52,2 Prozent der Stimmen gegen Gerd Wenzel und Günther Kiebler durch. Weitere sieben Jahre später war das Wahlergebnis wieder eindeutiger: Schubert wurde mit 96,2 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Historische Wahlergebnisse sind beim Statistischen Landesamt Sachsen nachlesbar.

Mit Dirk Müller dürfte nun frischer Wind ins Rathaus einziehen: "Ich werde eine offene Kommunikation mit allen Beteiligten vorantreiben und dadurch die Transparenz der Verwaltung erhöhen", sagte er kürzlich im "Freie Presse"-Interview. Sollte sich das vorläufige Ergebnis tatsächlich so bestätigen, wird der dreifache Familienvater Dirk Müller ab 1. Januar 2021 Bürgermeister von Großhartmannsdorf sein. Bis 31. Dezember führt Schubert die Geschäfte in der 2400-Seelen-Gemeinde.

Alle Beiträge zur Wahl 2020 in Großhartmannsdorf finden Sie unter www.freiepresse.de/gh-wahl2020

11 Kommentare
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    Olbernhauer
    13.10.2020

    Frischer Wind im Rathaus?
    Durch einen, schon vorher. Angestellten des Rathauses?
    Durch eine inaktive ''Weiter So'' - Partei?
    Naja, ein zu optimistischer Satz!