Zugezogener schießt den Vogel ab

Der Heimatverein Voigtsdorf darf durchschnaufen: Das größte Fest des kleinen Orts ist wieder einmal gemeistert.

Voigtsdorf.

Eigentlich, sagt der Dorfchemnitzer Bürgermeister Thomas Schurig (Freie Wähler) am Telefon mit einem Lachen, kann man sein positives Urteil über den Heimatverein im Ortsteil Voigtsdorf auch schreiben, ohne ihn erst anzurufen. "Der Heimatverein macht doch dort immer super Arbeit", ruft der Bürgermeister in den Hörer. Entsprechend hat er es sich nicht nehmen lassen, bei der Eröffnung des vom Verein organisierten Vogelschießens am Freitagabend selbst mit dabei zu sein, bevor es in den Urlaub ging.

Durchschnaufen kann nun nicht nur der Bürgermeister, sondern auch die Mitglieder des Heimatvereins selbst. Allen voran Vereinschef Jonny May. Kern eines Kreises von fünf, zehn Leuten, die das größte Fest im Dorfleben auf die Beine stellen. "Es ist Wahnsinn", sagt May mit Blick auf den organisatorischen Aufwand, der wegen bürokratischer Hürden immer mehr wachse. "Eigentlich ist ein solches Fest fast nicht jedes Jahr zu stemmen. Und ohne Sponsoren geht es gar nicht."

Die Ursprünge des Vogelschießens liegen in den 1930er-Jahren. 1972 wurde es wieder belebt, nach der Wiedervereinigung war erst mal Pause, doch 1994 fing "ein kleiner Haufen Leute", wie May sich erinnert, wieder damit an. Erst unter dem Jugendverein, später übernahm der Heimatverein. May war von Anfang an dabei. Und auch diesmal ist ihm und seinen Mitstreitern ein Fest gelungen, auf das sie mit Zufriedenheit zurückblicken können. Sagen doch Schätzungen, dass es allem in allem mehr Besucher gewesen sein könnten, als Voigtsdorf überhaupt Einwohner hat.

Wobei Auswärtige der uralten Regel nach beim Vogelschießen selbst nur Zuschauer sein dürfen. Es sei denn, sie haben sich vorab in Voigtsdorf niedergelassen, so wie Erik Schumann es vor etwa drei Jahren tat, der diesmal mit der Armbrust den Rest des hölzernen Vogels abschoss und sich nun Schützenkönig nennen darf.

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