Bohl blüht auf

Daniel Bohl ist beim Chemnitzer FC einer der Gewinner des Trainerwechsels. Auch am Sonntag im Drittligaspiel gegen die Würzburger Kickers wird der 25-Jährige das Vertrauen erhalten. Dabei hat er nicht nur Fußball im Kopf.

Chemnitz.

Die Kicker des Chemnitzer FC haben in den vergangenen Wochen ihre Bilanz deutlich aufgebessert. Auch wenn die Himmelblauen in der 3. Liga nach 14 Spieltagen noch auf einem Abstiegsplatz stehen, haben die letzten vier Spiele ohne Niederlage mit immerhin 8 Punkten einen soliden Ertrag gebracht. Am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) hat das Team von Cheftrainer Patrick Glöckner die Möglichkeit, eine weitere Kennzahl in Ordnung zu bringen. Denn dann gastiert mit den Würzburger Kickers eine Mannschaft im Stadion an der Gellertstraße, gegen die der CFC noch nie gewinnen konnte. Viermal standen sich beide Teams in der 3. Liga gegenüber, zweimal gingen die Partien nach 90 Minuten Unentschieden aus, zweimal nahmen die Franken alle drei Punkte mit.

Patrick Glöckner hatte unmittelbar nach dem 3:3 in Münster bezüglich der Abwehrarbeit Redebedarf angemeldet, wird aber bei der Benennung seiner Startelf grundsätzlich nicht die Rotationsmaschine in Gang setzen. So dürfte auch wieder Daniel Bohl im defensiven Mittelfeld seine Kreise ziehen. Blieb der 25-Jährige noch zu Saisonbeginn mehrmals ohne Einsatz, gehört er seit Glöckners Amtsübernahme zum Stammpersonal. In Sachen Einsatz braucht man dem gebürtigen Zweibrücker keine Nachhilfe geben. Nach dem Münster-Spiel musste man sich schon viel Zeit nehmen, um noch eine saubere Stelle an seiner ursprünglich weißen Hose zu finden.

"Ich gehe die Zweikämpfe immer sehr ehrgeizig an", meint Bohl, der schon zeitig mit dem Fußball in Kontakt kam. Sein Vater hatte den Buben im Alter von vier Jahren regelmäßig auf die Sportanlage der Spielvereinigung Einöd-Ingweiler mitgenommen und wurde auch sein erster Trainer. Schnell zeigte es sich im Sportverein seines rund 5000 Einwohner zählenden Heimatortes, dass Bohl Junior gut mit dem Ball umgehen kann. Deshalb spielte er ab den C- Junioren beim 1. FC Saarbrücken, danach folgte der Wechsel in das Leistungszentrum des FSV Mainz 05. In der 3. Liga schnürte er dann für die Mainzer, den Halleschen FC sowie Energie Cottbus die Töppen und war nach dem Abstieg der Lausitzer froh, dass er Anfang August 2019 einen Drittligavertrag in Chemnitz unterschreiben konnte. "In den vergangenen Monaten habe ich gezeigt, dass ich in dieser Liga bestehen kann. Und mit dem Trainerwechsel Ende September haben wir als Mannschaft neue Impulse bekommen. Man sieht, was unser Plan auf dem Platz ist. Das wollen wir auch gegen Würzburg zeigen und gewinnen", gibt sich der defensive Mittelfeldspieler kämpferisch.

Wenn es die Zeit zulässt, fährt der Fußballer in seinen rund 550 Kilometer von Chemnitz entfernten Heimatort in Rheinland-Pfalz. Dort wohnen seine Freundin, die Eltern und Kumpels. Mit denen liefert er sich auch gern mal ein Duell am Tennisnetz. Parallel zu seiner Sportkarriere absolviert der 1,75 Meter große Kicker ein Fernstudium an der Europäischen Fernhochschule Hamburg. Darin beschäftigt er sich in einem Betriebswirtschafts-Studiengang seit knapp zwei Jahren unter anderem mit Buchführung, Marketing und Controlling. Sechsmal im Jahr muss er in Duisburg an der Uni präsent sein, wo er seine Prüfungen ablegt. Bisher lief alles nach Plan, sodass Bohl hofft, in 18 Monaten alle Module erfolgreich abgeschlossen zu haben. "Ich genieße im Moment das Privileg, als Fußballprofi spielen zu können. Doch diese Zeit ist endlich, das Studium für meinen weiteren Lebensweg deshalb sehr wichtig", blickt er voraus. Für den Sonntag ist seine Rechnung einfach: Der CFC muss ein Tor mehr schießen als der Gegner, damit die drei Zähler in der Stadt bleiben.

Voraussichtliche Aufstellung des CFC: Jakubov - Itter, Hoheneder, Reddemann, Milde - Bohl, Müller - Bonga, Tallig, Garcia - Hosiner

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1Kommentare
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  • 0
    0
    Maxmaxim
    07.11.2019

    Bitte nicht Milde in der Verteidigung spielen lassen. Sonst läuft es ja ganz gut beim CFC.



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