Das Küsschen für den FSV-Traumtorschützen

Fußball-Drittligist FSV Zwickau erkämpft ein 1:1 in Rostock. Torschütze Viteritti trifft gegen Hansa offenbar besonders gern.

Rostock.

Zum ersten Mal kehrte Johannes Brinkies als Kapitän zu seinem Heimatverein Hansa Rostock zurück. Dass der Torhüter des FSV Zwickau zu Recht diese Rolle ausübt, davon konnten sich die Fans am Sonntag im mit 16.517 Zuschauern gut besuchten Ostseestadion ein Bild machen. Wie schon in der Vorsaison und seit Wochen in dieser noch jungen Spielzeit glänzte der 26-Jährige mit unglaublichen Reflexen wie der Fußabwehr gegen den alleinstehenden Rasmus Pedersen in der 73. Minute. "Ich hatte nach der Niederlage gegen Uerdingen gesagt, dass ich bei uns kein grundlegendes Problem sehe. Ich denke, das haben wir mit dieser Leistung auch bewiesen", sagte Johannes Brinkies, der beim FC Hansa ausgebildet wurde und 2016 zum FSV gewechselt war.

1:1 hieß es nach 94 Minuten eines intensiven und temporeichen Spiels, das Zwickau trotz Schockstarts durch das Tor von Pascal Breier nach nur 68 Sekunden noch in den Griff bekam. Der Hansa-Stürmer profitierte von einer missglückten Kopfballabwehr des FSV-Linksverteidigers René Lange. Dem 400. Drittligator des FC Hansa war ein Einwurf von Nils Butzen vorausgegangen. Wie schon beim 1:2 vor acht Tagen gegen Uerdingen fiel das Gegentor nach einem Standard. Wenn also ein generelles Problem seitens des FSV bestehen sollte, dann sind es die Anfangsminuten und Defensivstandards, die besser gestaltet werden müssen. Schon in den Heimspielen gegen Lautern und eben den KFC hatten sich diesbezüglich Versäumnisse offenbart. Nach der Partie in Rostock gab Trainer Joe Enochs zu: "Die ersten zehn Minuten haben wir verpennt."

Die Ursachenforschung dafür steht offenbar noch am Anfang. Fabio Viteritti, der in der 50. Minute mit einer feinen Einzelleistung das 1:1 erzielte, sagte zum Thema gegenüber "magentasport.de": "Das Problem beschäftigt uns seit Wochen. Aber wir haben danach Moral gezeigt und uns mit einem Punkt belohnt." Bei seinem Treffer ließ Viteritti nach Pass von Morris Schröter Gegenspieler Nils Butzen mit einer Finte alt aussehen, zog nach innen und jagte das Leder ins Dreiangel. Das Traumtor passte ins Bild des Spielgestalters. In der Vorsaison hatte "Vitti", wie er von den Kollegen gerufen wird, mit Energie Cottbus 3:0 und 2:0 gegen Hansa gewonnen. Beim 3:0-Heimsieg erzielte er zwei Tore. Am Saisonende stand zwar der bittere Abstieg mit den Lausitzern, doch ein zweites Mal soll das dem Offensivgeist nicht passieren.

Der Punkt an der Küste könnte am Ende rechnerisch wichtig sein. Für den Kopf war er es mit Blick auf die kommenden schweren Aufgaben sicher. Mit elf Zählern steht Zwickau als Tabellenzwölfter vor den Partien gegen den Vierten Viktoria Köln am Samstag in der GGZ-Arena und eine Woche später in Halle im Mittelfeld. Zu den Abstiegsrängen sind es allerdings auch nur zwei Zähler Luft.

Statistik

Hansa: Kolke - Butzen, Sonnenberg, Rieble, Neidhart (V/79. Ahlschwede) - Bülow, Nartey - Omladic (59. Pedersen), Vollmann, Opoku - Breier (59. Verhoek). FSV: Brinkies - Hehne, Handke, Frick, Lange - Schröter (89. Mäder), Reinhardt, Jensen (V/90.+4 Wimmer), Viteritti - König, Huth (86. Wegkamp).

SR.: Exner (Münster); Zuschauer: 16.517; Tore: 1:0 Breier (3.), 1:1 Viteritti (50.).

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