Dreimal geführt und nicht gewonnen

Der Chemnitzer FC punktet im Kellerduell der 3. Fußball-Liga, spielt 3:3 bei Preußen Münster. Der Kapitän sieht eine positive Entwicklung seines Teams.

Münster.

Die Freude hätte eigentlich groß sein müssen. Der Chemnitzer FC brachte am 14. Spieltag der 3. Fußball-Liga durch ein 3:3 (2:2) einen Punkt aus Münster mit und baute seine Serie von ungeschlagenen Partien auf vier Spiele aus. Dennoch wäre in der Fremde mehr drin gewesen, denn die Elf von Cheftrainer Patrick Glöckner führte dreimal und hatte zudem weitere gute Möglichkeiten. "Wir haben ein rasantes Drittligaspiel gesehen. Der dreimalige Ausgleich drückt natürlich auf die Stimmung, doch am Ende bin ich mit der Punkteteilung, die nach dem Spielverlauf in Ordnung geht, absolut zufrieden. Wir haben den Kampf gut angenommen, müssen aber viele Dinge im Defensivverhalten ansprechen", lautete Glöckners Analyse. Allerdings ist seine Mannschaft in der Tabelle wieder unter den Strich gerutscht. Der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt aber nur einen Zähler.

Der CFC-Trainer hatte auf personelle Änderungen verzichtet und schickte die Startelf vom 3:1-Heimsieg gegen Kaiserslautern auf den Rasen. Nach gut zwölf Minuten prüfte Rafael Garcia den gegnerischen Torwart Oliver Schnitzler noch ohne Ertrag. Doch in der 15. Minute war es Tobias Müller, der per Kopf zum 1:0 für die Himmelblauen traf. Es war zugleich der erste Saisontreffer für den 26-Jährigen. In den folgenden Minuten hinterließ der CFC einen abgeklärten Eindruck, stand in der Abwehr solide und versuchte, den zweiten Treffer zu erzielen. Einem Versuch von Philipp Hosiner fehlte es nach 25 Minuten an der letzten Präzision, doch auf der anderen Seite passte dann plötzlich alles. Maurice Litka zog im Strafraum ab und besorgte das 1:1 für Münster.

Anschließend ging es nicht spektakulär, aber auch nicht langweilig zu. In der 40. Minute hatte Chemnitz gleich doppelt Pech. Erst lenkte der Preußen-Torwart einen Freistoß von Paul Milde mit größter Mühe an die Latte, den Nachschuss setzte Reddemann an den Pfosten. Dennoch konnten die reichlich 100 mitgereisten Chemnitzer Fans noch vor der Pause erneut jubeln. Erik Tallig vollendete nach Doppelpass mit Hosiner zum 2:1. Dass dem CFC-Anhang das Pausenbier dennoch nicht ausgezeichnet schmeckte, war Fridolin Wagner geschuldet. Der Ex-Zwickauer besorgte kurz vor dem Pausenpfiff den Ausgleich für die Gastgeber, die trotz des Punktgewinns Tabellenvorletzter bleiben.

Die zweite Halbzeit nahmen die Gäste unverändert in Angriff und sahen sich nach Wiederanpfiff in der Abwehr gefordert. Zwar bekam die Glöckner-Elf keine akuten Probleme, fand aber selbst kaum mehr den Weg in den gegnerischen Strafraum. In der 61. Minute stiefelte allerdings Milde wieder einmal auf der linken Außenbahn los und bediente Hosiner, der den Ball jedoch freistehend aus zehn Metern knapp über den Kasten jagte. Auch wenn die Gastgeber engagiert blieben, ließ der CFC in der Folgezeit kaum etwas zu. Der eingewechselte Dejan Bozic sorgte in der 89. Minute für das umjubelte 3:2, doch der erneute Ausgleich folgte postwendend. CFCKapitän Niklas Hoheneder machte sich nach dem Spiel, das auf schlechtem Geläuf ausgetragen wurde, seine Gedanken. "Eine Führung zu stabilisieren, ist die große Kunst im Fußball. Das haben wir heute leider nicht geschafft. Dennoch haben wir in unseren Auftritt alles reingelegt. Wir hätten gern den Sieg gehabt, nehmen den Punkt natürlich gern mit", sagte der Österreicher, der die Entwicklung seiner Truppe nach wie vor positiv sieht: "Sicherlich hat uns Münster immer wieder eine Antwort gegeben. Wir haben jedoch auch heute gute Sachen gemacht. Darauf bauen wir weiter auf und freuen uns auf das nächste Spiel", sagte der Innenverteidiger.


CFC-Angreifer Dejan Bozic: Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder treffe 

Dejan Bozic wäre beinahe der Matchwinner gewesen. Sein später Treffer zum 3:2 reichte nicht zum Sieg. Knut Berger sprach mit dem CFC-Stürmer. 

Freie Presse: Wie bewerten Sie den Punktgewinn?

Dejan Bozic: Wir haben dreimal geführt, da müsste man das Ding eigentlich nach Hause bringen. Natürlich hat es uns emotional runtergedrückt, als wir kurz vor Schluss noch den Ausgleich kassiert haben. Aber insgesamt können wir mit dem Punkt zufrieden sein, zumal wir Münster weiter hinter uns lassen.

Nach vielen Wochen haben Sie wieder getroffen. Steigt nun wieder das Selbstvertrauen?

Selbstvertrauen hatte ich die ganze Zeit. Dass ich das zuletzt nicht so zeigen konnte, weiß ich aber auch. Aber es gibt immer wieder Phasen in einem Stürmerleben, in denen es etwas schwieriger ist. Aber ich habe im Training stets meine Leistungen gezeigt. So war es nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder treffen und so der Mannschaft helfen konnte.

Der CFC ist seit vier Spielen ungeschlagen. Wird die Serie am Sonntag gegen Würzburg ausgebaut?

Wir müssen erste einmal das Münster-Spiel analysieren, denn wir haben nicht grundlos drei Gegentore bekommen. Wenn wir dann einige Dinge besser machen, sollte auch gegen Würzburg für uns etwas drin sein.

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    3
    mathausmike
    04.11.2019

    Kopf hoch Jungs,wenigstens 1 Punkt auswärts geholt.
    Wenn die Kamlfkraft wieder besser wird,sollte es schnell wieder über den Abstiegsstrich gehen.



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