Ein CFC-Verteidiger vertraut auf den Segen Gottes

Vom Bankdrücker zum Hoffnungsträger: CFC-Innenverteidiger Emmanuel Mbende hat seine Chance genutzt, als er am Mittwoch gegen Paderborn eingewechselt wurde. Heute in Osnabrück erwartet der gläubige Profi ein "ekliges Spiel".

Chemnitz.

Unverhofft kommt oft. Als sich Innenverteidiger Berkay Dabanli im Heimspiel des Chemnitzer FC gegen Paderborn nach 35 Minuten verletzte, war sie da, die lang ersehnte Chance: Emmanuel Mbende wurde von Trainer Sven Köhler aufs Feld geschickt und erwies sich mehrfach als Turm in der Schlacht. "Ich habe meine Sache ganz ordentlich gemacht", sagt der Deutsch-Kameruner bescheiden.

Da Kollege Dabanli wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel außer Gefecht ist, wird Mbende heute (Anstoß 14 Uhr) im Spiel beim VfL Osnabrück in der himmelblauen Anfangsformation stehen. So sehr er sich darüber freut, sein Dasein als Bankangestellter beim Drittligisten vorerst beenden zu können: Der 1,96-Meter-Hüne fühlt mit seinem Teamgefährten. "Ich verstehe mich gut mit Berkay. Es tut mir leid, dass er jetzt von dieser Verletzung ausgebremst wurde", sagt Mbende, der im vergangenen Sommer mit einem abenteuerlichen Vorspiel vom englischen Zweitligisten Birmingham City nach Chemnitz gewechselt war. Der CFC wollte den Afrikaner in einem Spiel der Future League testen, Mbende stand aber noch in Birmingham unter Vertrag. Damit kein Aufsehen erregt und möglichst kein anderer Verein auf ihn aufmerksam wird, spielte der Kameruner unter falschem Namen und hieß für einen Tag Emmanuel Didier.

Durchsetzen konnte sich der in Douala/Kamerun geborene Defensivspieler in Chemnitz noch nicht. Im bisherigen Saisonverlauf brachte es Mbende lediglich auf sieben Einsätze. Am Mittwoch beim Zittersieg gegen Paderborn zeigte der 21-Jährige jedoch eine starke Leistung. Die will er auch heute an der Bremer Brücke in Osnabrück abrufen. "Dort wartet ein ekliges Spiel auf uns", bemerkt der gläubige Christ, der vor jedem Spiel betet. "Das gibt mir die nötige Kraft", meint Mbende. Die Osnabrücker seien in den vergangenen Wochen unter den Erwartungen geblieben. "Entsprechend engagiert werden sie gegen uns auftreten. Wir müssen den Kampf annehmen", betont der Innenverteidiger, der 2006 nach Deutschland kam, im Ruhrgebiet zur Schule ging und in der Nachwuchs-Abteilung von Borussia Dortmund spielte.

Mit dem CFC will er in die 2. Bundesliga aufsteigen, daran lässt Mbende keinen Zweifel. "Vielleicht fällt die Entscheidung erst am letzten Spieltag. Mir wäre es freilich lieber, wenn wir das früher klären könnten", sagt er mit einem Schmunzeln.

Frahn angeschlagen

Dennis Mast, Björn Jopek und Fabian Stenzel fehlen heute gesperrt, Marc Endres, Berkay Dabanli und Jamil Dem sind verletzt. Dafür meldete sich Alexander Bittroff wieder fit.

Offen ist, ob Daniel Frahn in Osnabrück auflaufen kann, der Stürmer hat im Spiel am Mittwochabend einen Schlag auf die Wade bekommen, klagt über Schmerzen. Zumindest stieg Frahn gestern mit in den Mannschaftsbus Richtung Osnabrück. (ts)

Voraussichtliche Aufstellung des CFC: Kunz - Bittroff, Mbende, Conrad, Cincotta - Danneberg, Reinhardt - Türpitz, Fink, Grote - Frahn (Hansch).

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