Fan-Rückkehr nach Ampelprinzip

Nach den Geisterspielen der Vorsaison plant Fußball-Drittligist FSV Zwickau für den Auftakt gegen Unterhaching mit 3600 Zuschauern. Die Auslastung kann sich bei jedem Heimspiel ändern.

Zwickau.

Ohne Gästefans, aber mit maximal 3600 Zuschauern und Alkoholausschank visiert der FSV Zwickau sein erstes Heimspiel der neuen Saison an. Auch die Stehplatztribüne, auf der traditionell die Hardcorefans für die meiste Stimmung im Stadion sorgen, wird bei der Auftaktpartie am Sonnabend, 14 Uhr gegen die SpVgg Unterhaching geöffnet - allerdings nicht so dicht besetzt sein wie zu Vor-Coronazeiten. Dennoch bedeutet die angestrebte Auslastung der 10.134 Besucher fassenenden GGZ-Arena zu mehr als einem Drittel einen großen Fortschritt im Vergleich zu den Geisterspielen nach dem Re-Start der Vorsaison. "Wir sind über jede Unterstützung dankbar. Obwohl die Fans zuletzt nicht ins Stadion durften, haben wir gespürt, dass sie an unserer Seite stehen. Auch das war wichtig und hat uns letztlich im Kampf um den Klassenerhalt Kraft gegeben", fasst Trainer Joe Enochs die Bedeutung zusammen.

Damit es mit der Unterstützung bei den Heimspielen klappen konnte, hat der FSV sofort nach den Feierlichkeiten zum Ligaverbleib mit der Planung und Umsetzung eines Hygienekonzepts begonnen. "Wir hatten in Sachsen den Vorteil, dass früh klar war, dass Großveranstaltung bis zu 1000 Zuschauern wieder zugelassen werden sollen", erläutert Jörg Schade, der als Leiter Sport- und Spielbetrieb beim FSV die Thematik verantwortet: "Eigentlich sind es ja zwei Konzepte, die wir umsetzen müssen. Eines für den sportlichen Bereich, also für die beiden Mannschaften, und das für die Zuschauer. Das bedeutet für unseren Verein schon einen enormen Aufwand."

Dass es zu Beginn der Saison Unterschiede in der Auslastung der deutschlandweiten Drittligastadien geben wird, hängt mit den länderspezifischen Corona-Verordnungen zusammen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den Drittligavereinen nur die Beschränkung, dass keine Gästefans zugelassen werden, bei der Erarbeitung der Konzepte für die Gespräche mit den regionalen Gesundheitsämtern mit auf den Weg gegeben. Alles andere obliegt der Landeshoheit. Länderübergreifend wiederum ist, dass sich die zugelassene Zuschauerzahl an den Infektionszahlen orientiert - im Fall des FSV jenen im Landkreis Zwickau. Am Donnerstag vor jedem Heimspiel, wenn ohnehin eine Sicherheitsberatung stattfindet, sitzt nunmehr der Vertreter des Gesundheitsamtes mit am Tisch. In der Diskussion wird eine Entscheidung getroffen, wie viele Fans maximal in die GGZ-Arena dürfen: Dabei entscheidet das Infektionsgeschehen über eine rote (ohne Zuschauer), gelbe (3600 Fans) und grüne Phase (nach oben offen). Unabhängig von diesem Ampelprinzip der Auslastungsgrenze gibt es feste Vorgaben. Das Einbahnstraßensystem in der Arena wurde wieder verworfen, weil es beim Testlauf gegen Meuselwitz für zuviel Verwirrung sorgte. Fest steht: An Spieltagen bleiben Kassenhäuschen geschlossen. Tickets sind nur im Fanshop (Scheffelstraße) des FSV oder online (fsv-zwickau.de) erhältlich. Und die Eintrittskarten werden nur personalisiert verkauft. Das ist eine Auflage der Behörden, um mögliche Infektionsketten rückverfolgen zu können.

Dass dieses Vorgehen die Gruppierung der Ultras abhalten könnte - ähnlich wie bei den befreundeten Dynamo-Fans am Montag im Pokal in Dresden - glaubt Jörg Schade nicht. "Sie haben sich bei uns sogar Dauerkarten besorgt", meint Schade. Und sie dürfen mit maximal elf Personen, so die sächsische Verordnung, gruppiert auf der Tribüne stehen. Als Orientierung für die Grüppchenbildung mit Abstand dienen die Wellenbrecher auf der Traverse. Für das gesamte Stadion besteht zudem eine Maskenpflicht, außer am eingenommenen Sitz- oder Stehplatz. An dem - so Schade - sollten nach Möglichkeit auch Speisen und Getränke eingenommen werden, um Menschenansammlungen in der Arena zu vermeiden.

Dass lautsächsischer Verordnung Alkohol in der GGZ-Arena ausgeschenkt werden kann, wird die Fans freuen, für die ein Bierchen zum Stadionerlebnis dazugehört. Jörg Schade appelliert an alle Besucher: "Wir stehen unter Beobachtung. Ich hoffe, dass sich alle an die Regeln halten. Wenn nicht, wird es Sanktionen geben. Und darunter müssten dann alle leiden." Nicht zuletzt die Mannschaft von Joe Enochs.

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