FSV baut auf den Heimvorteil

Mit dem Spiel gegen Spitzenreiter MSV Duisburg wartet eine schwere Aufgabe auf Fußball-Drittligist FSV Zwickau. Das Team geht trotz der Niederlage in Jena optimistisch in die Partie.

Zwickau.

Routinier Ronny König formulierte die Ansprüche des FSV Zwickau am Freitag ganz klar: "Warum sollen wir nicht auch Duisburg schlagen?", meinte der Stürmer mit Blick auf das Heimspiel des Tabellen-15. gegen den Spitzenreiter aus dem Ruhrgebiet. Gerade die schmerzhafte Niederlage des FSV am Montag in Jena habe einmal mehr gezeigt, dass in der Dritten Liga jeder jeden schlagen könne. Groß eingehen auf das 1:2 beim Tabellenletzten wollten König und auch Trainer Joe Enochs nicht noch einmal. "Die Mannschaft hat das Spiel sehr selbstkritisch analysiert. Wir müssen zurückfinden zu unseren Stärken, dann können wir gegen einen Topgegner wie Duisburg bestehen. Das haben wir im Hinspiel bewiesen, wo wir uns gute Chancen erarbeitet haben", sagte Joe Enochs.

Bei Ballbesitz Fußball spielen und nicht so viele hohe Bälle nach vorn schlagen, zielstrebig sein, Defensivstandards verhindern und besser verteidigen - es sind unter anderem diese Punkte, die der FSV gegen Duisburg besser machen will als zuletzt in Jena. Auch müsse die Mannschaft in jedem Spiel an ihre Leistungsgrenze gehen, betonte der Coach: "Wir sind nicht gut genug, dass eine ganz normale Leistung ausreicht für den Erfolg."

Ein wenig in die Karten spielt den Westsachsen, dass mit Moritz Stop- pelkamp der Kapitän und erfolgreichste Torschütze der Duisburger am Sonntag gelbgesperrt fehlt. Er hatte beim 1:3 in der Hinrunde zwei Treffer für den MSV erzielt. Einfacher wird es für die Zwickauer trotzdem nicht. "Die Duisburger sind durch die Bank eine Spitzenmannschaft", erklärte Joe Enochs, der auf einen Einsatz von Julius Reinhardt hofft. Nach seinem Muskelfaserriss hat der Mittelfeldspieler in dieser Woche bereits ein paar Tage mittrainiert.

Im Kampf um wichtige Punkte für den Klassenerhalt - aktuell hat der FSV nur noch drei Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang - setzt der Trainer auch ein wenig auf den Heimvorteil. "Vor den eigenen Fans hat die Mannschaft schon öfter bewiesen, dass sie gegen starke Gegner bestehen kann. Wir gehen in jedes Spiel mit dem Gefühl rein, gewinnen zu können", betonte Enochs, der gern bis mindestens 2022 bei den Westsachsen Verantwortung übernehmen will. So lange läuft sein vor kurzem verlängerter Vertrag. Die ersten Gespräche dazu hätten der Verein und er schon im November geführt, besiegelt wurde alles in der Winterpause: "Ich fühle mich unheimlich wohl hier und wollte nicht lange pokern. Mir geht es nicht ums Geld, sondern ich sehe beim Verein eine Entwicklung. Mit der Ausgliederung der Profiabteilung passieren Fortschritte, auch in der Infrastruktur wird an Verbesserungen gearbeitet."

Die Muldestadt ist für den 48-Jährigen, der vor seinem Wechsel 2018 als Spieler und Trainer mehr als zwei Jahrzehnte beim VfL Osnabrück verbrachte, ein Zuhause geworden. Das liegt zum Großteil daran, dass Ehefrau Gunilla und die jüngere Tochter Sophie mit hier leben. "Wo die Familie ist, da ist Heimat", sagte der US-Amerikaner, der abseits des Fußballplatzes viel Zeit beim und mit Basketball verbringt. Denn beide Töchter gehen auf Korbjagd: Sophie spielt beim BC Zwickau gleich in mehreren Mannschaften, ihre große Schwester Emily studiert an der Sacramento State University in Kalifornien und ist dort in der Collegeliga aktiv. Ihre Spiele verfolgt der Vater im Livestream, steht dafür auch mitten in der Nacht auf. "Bei Sophie sind wir eigentlich immer in der Halle dabei - sofern das mit dem Spielplan des FSV funktioniert", erzählte Enochs.

Voraussichtliche FSV-Aufstellung: Brinkies - Godinho, Frick, Handke - Schröter, Hehne, Jensen, Coskun (Miatke) - Viteritti - Wegkamp, König.

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