Gastgeschenke im neuen Zwickauer Stadion

Eine unglückliche 1:2-Niederlage kassierte der FSV in der 3. Fußball-Liga gegen Rot-Weiß Erfurt. Trainer Torsten Ziegner fand danach deutliche Worte.

Zwickau.

Schnurstraks marschierte Torsten Ziegner nach Abpfiff in die Kabine. Auch 30 Minuten später rang der Trainer des FSV Zwickau nach Worten und um Fassung. "Ich muss mich extrem schütteln, um zu begreifen, was hier passiert ist", formulierte der Coach nach der bitteren 1:2-Niederlage gegen Erfurt. Die zwei Gegentore hatte seine Mannschaft den Thüringern quasi selbst aufgelegt, ansonsten kaum Möglichkeiten zugelassen. So standen die Westsachsen am Ende mit leeren Händen da. Drei Niederlagen, zwei Remis und ein Sieg lautet nunmehr die Bilanz für den Aufsteiger. Vier Partien in Serie gab es keinen Erfolg und auch noch keinen Heimsieg. Damit wird das Derby am Freitag (19 Uhr) beim Rivalen Chemnitzer FC zum Duell der Unzufriedenen.

Bis dahin bleibt Ziegner noch Zeit, seine Profis wieder aufzurichten. Kurz nach der Partie fand der 38-Jährige deutliche Worte in Richtung seiner Spieler: "Ich werde ein ernstes Wort mit ihnen reden müssen, damit ihnen klar wird, wie wichtig die 3. Liga für den Verein ist. Wir verzeihen jeden Fehler, aber das war fahrlässig und unentschuldbar", erklärte Ziegner und drohte Konsequenzen an: "Ich werde genau hinschauen. Wer unseren Weg nicht mitgeht, für den ist kein Platz im Team." Auch noch zwei Stunden nach Abpfiff diskutierte der Coach mit der versammelten Mannschaft.

Wie die Westsachsen in der ersten Halbzeit in Rückstand gerieten, dürfte Seltenheitswert besitzen. Zweimal nach dem gleichen Schema profitierten die Erfurter Torschützen Daniel Brückner und Carsten Kammlott von misslungenen Torwart-Rückpässen der Zwickauer. Dass ausgerechnet den erfahrenen René Lange (27 Jahre) und Robert Paul (31) dieses Malheur passierte, warf nicht nur auf der Tribüne Fragen auf. Linksfuß Paul entschuldigte sich später bei seinen Mitspielern: "Das passt irgendwie zu unserer aktuellen Situation. Vorn geht nichts rein und hinten legen wir die Dinger selbst auf. Aber es nützt auch nichts, jetzt alles schwarzzumalen."

Welche Wirkung die bittere Niederlage hinterlässt, vermochten Paul und Co. am Sonntag noch gar nicht einzuschätzen. Der Verteidiger kündigte aber schon mal an: "Das war nicht mein erster Fehler. Im Fußball passiert so etwas. Ich muss das jetzt abhaken", sagte der Unglücksrabe. Dass auf ähnliche Weise die Rückstände zustande kamen, verblüffte dann aber doch. Alles Zufall? Marcel Gebers, der Abwehrchef des FSV, schüttelte nur mit dem Kopf. "Hinten hatten wir diesmal ein bisschen mehr Platz, weil Erfurt Mittelfeldpressing gespielt hat. Da wollten wir die Situationen spielerisch lösen. Das ist leider zweimal schief gegangen."

Kurios fingen sich die Hausherren nicht nur die Tore ein. Selber trafen sie zumindest in überraschender Weise. So glich Marcel Bär per Kopfball zum 1:1 aus. Für Kopfballtore prädestiniert ist eigentlich Sturm-partner Ronny König. Doch dem Hünen, der gegen den CFC an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren wird, wartet weiter auf seine dritte Kiste. Für den FSV war der erste Treffer im neuen Stadion das fünfte von sechs Saisontoren, das mit Köpfchen erzielt wurde. Gegen ein weiteres Kopfballtor von König hatte Schiri Henry Müller bei seiner Drittligapremiere etwas einzuwenden. Sollte der Ball nach Eckstoß tatsächlich bereits die Linie in vollem Umfang überschritten haben, so war das mit bloßem Auge schwer zu erkennen. Für Ronny König aber war der Fall klar: "Das hat mir sogar der Erfurter Spieler gesagt, dass der drin war."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...