Jakubovs Elfmeter-Parade bringt den Glauben zurück

Schon einige Punkte hat der CFC in dieser Saison unglücklich eingebüßt. Nicht so in Meppen: Beim 2:1-Auswärtssieg im Emsland war der Fußballgott ein Chemnitzer.

Meppen.

Jakub Jakubov musste an seinem 31. Geburtstag seiner Arbeit als Torhüter des Chemnitzer FC nachgehen. Auch wenn es zunächst nicht so aussah, gab es am Ende Grund zum Feiern. Die Himmelblauen gewannen ihr Drittligaspiel beim SV Meppen vor knapp 6300 Zuschauern mit 2:1 (0:1) und schrieben ein kleines Kapitel Clubgeschichte. Denn Chemnitz hatte in den bisherigen fünf Partien in Meppen nicht einen Zähler mit nach Hause nehmen können.

Auch am Samstag waren die Gastgeber über weite Strecken das bessere Team, aber der CFC gab sich zu keinem Zeitpunkt auf - und hatte in Person von Jakubov einen bärenstarken Torwart zwischen den Pfosten, der reihenweise die Möglichkeiten des Gegners entschärfte. "Wenn das immer zu meinem Geburtstag so ausgezeichnet läuft, möchte ich jetzt an jedem Spieltag Geburtstag haben", witzelte der Schlussmann.

Beide Seiten hielten sich nicht lange bei der Vorrede auf. Rafael Garcia sorgte nach sechs Minuten für einen ersten Lichtblick aus Chemnitzer Sicht. Er fädelte mit Philipp Hosiner einen Doppelpass ein und kam zum Abschluss. Allerdings verfehlte die Kugel das Meppener Gehäuse. Dann folgte der große Auftritt von Hassan Amin. Er zirkelte einen Eckball direkt in den Chemnitzer Kasten und sorgte dafür, dass Jakubov zu seinem Geburtstag ein zweifelhaftes Präsent auf den Gabentisch gelegt bekam und die Gastgeber 1:0 führten. Pascal Itters Versuch, mit dem Kopf zu klären, schlug fehl.

Der Treffer hinterließ Wirkung bei den Himmelblauen. Die Emsländer machten nun weiter die Musik und setzten den CFC mächtig unter Druck. Immerhin sprang für die Gäste in der 23. Minute ein Kopfball für Dejan Bozic heraus, der nach langer Pause wieder einmal in der Startelf stand. Doch er wurde eine sichere Beute für den Meppener Torwart. Nach einer halben Stunde hatten die Gäste Glück, dass Deniz Undav das Spielgerät freistehend über das Gehäuse jagte. Dann klärte Jakubov in höchster Not per Fuß auf der Linie. Insgesamt konnten sich die Chemnitzer nach 45 Minuten beim Fußballgott dafür bedanken, dass sie nur mit einem knappen Rückstand in die Kabine gingen.

CFC-Trainer Patrick Glöckner tauschte zur Pause Personal. Tim Campulka machte Platz für Erik Tallig, Tarsis Bonga wurde durch Neuzugang Maximilian Oesterhelweg ersetzt. Doch die Gäste blieben stressgeplagt und mussten in der 53. Minute registrieren, dass der Schiedsrichter auf Foulelfmeter für Meppen entschied. Daniel Bohl hatte Markus Ballmert im Strafraum zu Fall gebracht. Doch Jakubov hielt den Ball von Rama sicher. "Ich bekomme von meinem Torwarttrainer Marcel Höttecke vor den Spielen stets Infos zu eventuellen Schützen. Aber es war natürlich auch ein wenig Glück, dass ich mich dann für die richtige Ecke entschieden hatte", sagte der Elfmeterkiller.

Dann ertönte im Strafraum gegenüber ein Pfiff. Der Referee entschied nach einer Aktion von Steffen Puttkammer auf Handelfmeter. Hosiner ließ sich nicht zweimal bitten und versenkte den Ball nach einer knappen Stunde völlig humorlos zum 1:1. Nach diesem Treffer gaben die Schützlinge von Patrick Glöckner auf dem Rasen eine viel bessere Figur ab als zuvor. Allerdings musste Jakubov nach reichlich 70 Minuten alles geben, um gegen Undav einen erneuten Rückstand zu verhindern. Auf der Gegenseite hätten Garcia und später Phi- lipp Sturm das 2:1 machen können, wenn sie im Abschluss präziser zu Werke gegangen wären. Es lag letztlich mal wieder bei Hosiner, der in der Nachspielzeit, per Kopf den Auswärtssieg perfekt machte. Das 13. Tor des Östereichers im 15. Spiel für den CFC. Das ist absolut herausragend.

"In der ersten Halbzeit hatte Meppen klare Vorteile. Die entscheidende Situation war die, als Jakubov den Elfmeter hielt. Danach hatte ich das Gefühl, dass für uns noch etwas möglich ist", urteilte Glöckner. Der Chemnitzer Coach hatte das richtige Näschen, wusste nach dem Abpfiff aber auch: "Es war für ein superglücklicher und ein dreckiger Sieg. Aber das ist in unser Situation genau das, was wir brauchen."


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