Warum der FSV so gut gestartet ist

In Zwickau herrscht nach dem besten DrittligaSaisonstart der Vereinsgeschichte eitel Sonnenschein. Auch wenn erst vier Spieltage gespielt sind: Der Erfolg ist kein Zufall.

Zwickau.

Zwei Siege, zwei Remis, Tabellenplatz fünf - so gut sind die Fußballprofis des FSV Zwickau noch nie in eine Drittligasaison gestartet. Kommenden Montag (19 Uhr) soll die Serie ohne Niederlage auch bei Carl Zeiss Jena halten. Nils Miatke, beim FSV linker Flügelstürmer und früher selbst Profi des FC Carl Zeiss, könnte von zu Hause mit dem Fahrrad ins acht Kilometer entfernte Ernst-Abbe-Sportfeld radeln. Aber natürlich greift der 28-Jährige auf den Mannschaftsbus mit der Abfahrt am Spieltag in Zwickau zurück. "Ich hatte ziemlich viele Kartenanfragen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Einige sind auch Jena-Fans. Aber die werden hoffentlich leiden müssen", sagt der Linksfuß mit einem Augenzwinkern. "Freie Presse" nennt vier Gründe für die gute Zwischenbilanz.Stabile Abwehr: Nur zwei Gegentore (bester Wert der 3. Liga), davon ein unberechtigter Foulelfmeter im letzten Auswärtsspiel in Braunschweig (1:1), zeugen für eine gute Defensivarbeit im Team. Zugute kommt den Zwickauern: Die Viererkette hat sich personell zur Vorsaison nicht verändert. Anthony Barylla (rechts), die Innenverteidiger Toni Wachsmuth und Nico Antonitsch sowie Linksaußen René Lange kennen die Laufwege der Mitspieler, sind quasi eingespielt. "Die Abläufe sind nicht neu. Bisher haben wir nur wenige Torchancen zugelassen. Und wenn, dann haben wir mit ,Pommes' (Johannes Brinkies/Anm. d. Red.) immer noch einen großen Rückhalt im Tor", lobt Trainer Joe Enochs.

Erhöhter Konkurrenzdruck: Durch die Neuzugänge hat sich die Konkurrenz innerhalb der Mannschaft erhöht. Das zeigt schon die Tatsache, dass der beste Torjäger der letzten zwei Spielzeiten, Ronny König, erst einmal in der Startelf stand. "Definitiv hat die interne Konkurrenz zugenommen. Dadurch wird auch die Qualität im Training gesteigert und wir verbessern uns alle", schildert Miatke. Der Cheftrainer sieht es ähnlich. In den zurückliegenden zwei Wochen ohne Punktekampf hätten sich bei den Testspielsiegen gegen den Chemnitzer FC (3:2) und in Plauen (6:0) "viele Spieler" für die Startelf aufgedrängt, wie Enochs berichtete. "Aber ich tue mich momentan schwer, etwas zu ändern, weil wir Erfolg haben."

Neue Trainer: Neben Enochs sollte auch der neue Athletikcoach Christoph Rezler seinen Anteil am gelungenen Saisonstart haben. "Wir sind topfit", bekräftigt Enochs vor dem Derby im 82 Kilometer entfernten Jena. Beide haben für frischen Wind gesorgt. Dabei fruchtet auch die mit Sportdirektor David Wagner frühzeitig besprochene Ausrichtung des FSV unter dem neuen Chefcoach: "Wir sind auch unter Joe der FSV Zwickau mit unseren Tugenden geblieben. Neue Reize und neue Ideen schließen sich da nicht aus", berichtet Wagner. Enochs schaffte es zudem, den Profis mit wenig oder gar keinen Einsatzzeiten wie zum Beispiel Nico Beyer, Daniel Gremsl oder Fabian Eisele das Gefühl zu geben, dass sie wichtig für den Erfolg sind. Nicht zuletzt bleibt der US-Amerikaner Enochs demütig und weiß, dass der 4. Spieltag eine schöne Momentaufnahme darstellt. "Nur wenn wir an unsere Grenze gehen, können wir etwas erreichen. Schon in Jena müssen wir wieder einen Schritt mehr machen, wenn wir etwas mitnehmen wollen", warnt Enochs vor dem Tabellen-7. Die Jenenser erzielten bereits sechs Tore und gewannen beim aktuellen Drittliga-Spitzenreiter Münster mit 2:1. Enochs: "Jena spielt einen guten Ball, kann schnell umschalten."

Mehr Flexibilität: Viermal führten die Zwickauer in den vier Saisonpartien 1:0. Als der Treffer gegen Fortuna Köln partout nicht fallen wollte, wechselte Enochs Sturmtank Ronny König ein und änderte seine gewohnte Taktik des 4-2-3-1-Systems auf nunmehr zwei Mittelstürmer (König mit Tarsis Bonga zusammen). "Wir haben inzwischen ein paar Werkzeuge, mit denen wir auf verschiedene Situationen reagieren können", meint Joe Enochs. Mal sehen, ob dies auch am Montagabend beim "heißen Tanz" unterhalb der Kernberge gelingt.

 

Neuer Vertrag für Verteidiger

Alexander Sorge hat einen Vertrag bis 2019 beim FSV Zwickau erhalten. Der 25-jährige Verteidiger mit Gardemaß (1,92 m) empfahl sich beim Test in Chemnitz und bedankte sich für das Vertrauen des Trainers und der Vereinsführung.

Nach zwei Kreuzbandrissen in den vergangenen zwei Spielzeiten durfte Sorge nach dem Sommerurlaub auch ohne gültigen Vertrag beim FSV mittrainieren. Mit viel Fleiß kämpfte sich der gebürtige Leipziger zurück und ist somit der 26. Spieler im Kader des Fußball-Drittligisten.

Voraussichtliche Aufstellung:Brinkies - Barylla, Wachsmuth, Antonitsch, Lange - Frick, Reinhardt - Bickel, Könnecke, Miatke - Bonga.

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