Bad Elster: Der Sommer der Kultur beginnt schweißtreibend

Ein wahres Mammutwerk hatten die Musiker zum Festivalstart am Mittwochabend mit Bruckners Symphonie Nr. 8 zu stemmen. Zuvor wurden nachdenkliche Töne angestimmt.

Bad Elster.

Vor den Erfolg haben die Götter Mühen, Schweiß und Konzentration gesetzt: Das galt für den Auftakt des 24. Chursächsischen Sommers am 1. Mai im ausverkauften König-Albert-Theater Bad Elster. Minutenlang applaudierten mehr als 400 Gäste stehend den Nürnberger Symphonikern und der Chursächsischen Philharmonie unter Dirigent Generalmusikdirektor Florian Merz. Denn dem Ensemble war die Besteigung eines musikalischen Mount Everest geglückt: Anton Bruckners Symphonie Nr. 8, ein 80-Minuten-Koloss, der nach Auf und Ab in einem großen Finale gipfelt. Ein anderes Schwergewicht der Romantik war vor der Pause der Vorgeschmack gewesen: Das Vorspiel zu Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg". Dafür gab es den zweiten großen Applaus des Abends - den ersten größeren hatte Aschs zweiter Bürgermeister Pavel Klepáček für sein sommerleichtes, verschmitztes Grußwort geerntet.

Strahlend, beeindruckend, freudvoll - solche Adjektive fielen auch im Reden-Teil zur Eröffnung des Abends und des Sommerfestivals, das fünf Monate lang bis Anfang Oktober das Verbindende in der Region betont. "Unsere Sinfonie der Kultur braucht die dynamische Strahlkraft des Chursächsischen Sommers. Er ist ein kultureller Quell für die heimische Bevölkerung", schlug Landrat Rolf Keil (CDU) den Bogen von der Musik zum Tourismus, für den er als Vorsitzender des Tourismusverbandes Vogtland sprach. Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) nahm den Faden auf und hob als Schirmherr des 24. Chursächsischen Sommers den Wert der Freude hervor, die Initiativen wie das Festival hervorbringen. "Freude ist wie ein Generator, der unser Leben auffrischt", verglich der 64-Jährige. Rößler brach eine Lanze für den Musikunterricht. "Er fällt viel zu oft aus und wird manchmal ein bisschen wie ein Luxusfach betrachtet", betonte er. Das sei aber falsch. Der Ansatz des Chursächsischen Sommers, der nicht an Metropolen hängt, sage ihm sehr zu. "Das ist ein Beleg dafür, welche Kräfte im sogenannten ländlichen Raum entfaltet werden können", sagt der Landespolitiker.


Den Wert der Kultur als Brückenbauer stellte Pavel Klepáèek heraus. "Vom Brückenbau profitiert unsere ganze grenzenlose Region. Gerade in diesen Zeiten ist das ein lebendiges Zeichen für das gemeinsame Herz Europas. Danke dafür", sagte er und lud zugleich zu Veranstaltungen ein. Dazu gehören unter anderem das Pferdefest Equipage am Pfingstsonntag, 9. Juni, mit Ausfahrt in den Ascher Zipfel (Klepáček: "Ein historisches Mobilitätsbeispiel, fast emissionsfrei..."), die Sportwettkämpfe Strong Man Games am 11. Mai im Ascher Volkspark Sady Miru, aber auch die Premiere der Drohnenflugmeisterschaft vom 17. bis 19. Mai im Sportareal am Hainberg. Dazu werden 120 Teilnehmer aus Tschechien und Deutschland erwartet.

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