Hauptstraße Süßebach: Arsen gefunden

Gift und entdeckter Teer werden auf Spezialdeponien gefahren. Der Bau indes steht: Eichigt hat sich 200.000 Euro Zuschuss extra vom Land erkämpft.

Süßebach.

Im Straßenkörper der Ortsdurchfahrt Süßebach sind Giftstoffe und Sonderabfall entdeckt worden. Die Belastung kam bei Untersuchungen vor dem bald startenden Straßen- und Gehwegbau ans Licht. "In der unteren Tragschicht ist DDR-Bitumen drin", verwies Planer Jens Persing vom Oelsnitzer Ingenieurbüro LSP auf teerhaltige Bestandteile. "Im Bankett haben wir Arsen gefunden. Das ist nicht selten bei der geogenen Grundbelastung in der Region", sagte er im Eichigter Gemeinderat. Die Schadstoffe - nicht als gefährlicher Abfall eingestuft - werden auf spezialisierte Deponien gebracht. Die Schadstoffe haben den Bau weiter verteuert.

Dennoch: Seit Ende vergangener Woche steht die Finanzierung des Gesamtprojekts (Straße, Gehweg, Entwässerung Gasthof, Umfeld). Für diese waren erst Kosten von 486.000 Euro angesetzt worden, das einzige Angebot belief sich aber auf 890.000 Euro. Im Juni tat sich allein für die Gemeinde beim Gehweg eine Finanzierungslücke von 200.000 Euro auf. Für Bürgermeister Christoph Stölzel (parteilos) eine neue Belastungsprobe im langen Kampf um den Fußsteig. "Ich bin mit Kopfschmerzen ins Bett, hatte eine schlaflose Nacht und bin mit Kopfschmerzen wieder aufgestanden", beschrieb der 65-Jährige eine Talfahrt zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Vorigen Donnerstag kam der erlösende Anruf der persönlichen Referentin von Hartmut Mangold, Staatssekretär im sächsischen Wirtschaftsministerium: Es gibt doch die erhofften zusätzlichen Fördermittel. Die Freude kommt bei Stölzel erst nach und nach. "Bei mir war die Luft raus." Nun ist sie wieder drin: Der Gemeinderat vergab am Montagabend einstimmig den Bauauftrag zum Gebot von 890.000 Euro an die Firma UTR. Die Schönbrunner Firma soll zwischen 30. Juli und 19. Oktober auf einer Länge von 360 Metern Straße und Fußweg bauen.

Eichigts Gemeinderäte sahen sich in ihrer Vorgehensweise bestätigt: Die Abgeordneten hatten Ende Juni darauf gedrungen, die Auftragsvergabe zu vertagen, da nicht klar war, ob die Gemeinde auf den Mehrkosten für den Fußweg sitzen bleibt. Viel hätte nicht gefehlt: Landesamt für Straßenbau und Verkehr sowie Wirtschaftsministerium hätten Verständnis gezeigt, aber beim Wunsch nach mehr Geld abgelehnt, so Stölzel. Er mobilisierte Kämmerei und Tiefbauamt in Oelsnitz, OB Mario Horn und der Landtagsabgeordnete Andreas Heinz (CDU) schalteten sich ein. Mit "ganz viel Eintracht" wurde die Kuh vom Eis geschoben: Ausgerechnet am Freitag, dem 13., hatte es Stölzel schwarz auf weiß, hielt die Förderzusage in den Händen. "Du hast gut gekämpft", lobte Vizebürgermeister Stephan Meinel (CDU), Steffen Künzel (Freunde der Feuerwehr) würdigte ebenso Stölzels Einsatz. Vorschusslorbeeren an den Planer verteilte Bernd Hackenschmidt (CDU): Bewährten sich Jens Persings Ideen ebenso wie das Pflaster im Umfeld des Eichigter Bürgerhauses, könne das nur gut sein, sagte er - und gab zu, gerade wegen des Pflasters skeptisch gewesen zu sein.

Den erhaltenen Dank gab Stölzel an Frank Petzoldt, Niederlassungschef der Straßenbaubehörde in Plauen, sowie Friedhold Bauer als Eigentümer des Landgasthofs Süßebach, weiter. Sie hatten bereits vorher den erheblichen Mehrkosten für den Straßenbau sowie die Entwässerung des Wirtshauses im Gesamtpaket Hauptstraße Süßebach zugestimmt. Dadurch erst sei der Weg für eine Lösung frei geworden, sagte Stölzel.

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