"Kleckerbetrag" für Vogtland-Straßen

Für die schlimmsten Schäden vergibt der Landkreis zwei Aufträge im Wert von je 700.000 Euro. Reichen wird das aber hinten und vorne nicht.

Oelsnitz/Klingenthal.

In den baulichen Unterhalt der Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Vogtlandkreis fließen in diesem Jahr gut 1,4 Millionen Euro. Der Kreistagsausschuss für Bau, Umwelt und Vergabe hat in seiner März-Sitzung zwei entsprechende Aufträge an zwei Bauunternehmen vergeben. Doch schon während alle Ausschussmitglieder ihre Hand hoben, um der Beschlussvorlage zuzustimmen, war allen klar: Das Geld ist nicht viel mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein.

Jene knapp anderthalb Millionen Euro entsprechen Erfahrungswerten und sollen reichen, um "die schlimmsten Schäden" im Straßennetz der Region zu beheben, so Sachgebietsleiter Jochen Bittner. "Für Deckenerneuerungen fehlt Geld." Asphaltdecken sollen mit Heißmischgut "partiell erneuert" werden. Für Wassereinläufe, Gräben, Bankette und Brücken muss das Geld reichen.

Nicht enthalten sind die Arbeiten zur Beseitigung der Winterschäden. Wie viel fürs reine Flicken von Schlaglöchern und anderen frostbedingten Schäden investiert wird, blieb in der Ausschusssitzung unerwähnt. "Nach diesem Winter dürfte es nicht viele Frostaufbrüche geben", äußerte sich Landrat Rolf Keil (CDU) optimistisch.

Statt einen größeren Auftrag für das gesamte Straßennetz zu vergeben, schrieb die Kreisbehörde zwei Lose auf. Für den Bereich der Straßenmeistereien Adorf und Reichenbach erhielt die Firma Hoch- und Tiefbau Reichenbach den Zuschlag. Die Bruttoangebotssumme betrug 715.000 Euro und lag damit, so Bittner, 16 Prozent über der Kostenschätzung der Baubehörde.

Das andere Los für die Meistereibereiche Falkenstein und Plauen ging für 713.600 Euro an die Baufirma VSTR Rodewisch. Dieses Angebot lag um 17 Prozent über der Kostenschätzung. Der Andrang der Bieter hielt sich in Grenzen: Für das erste Los gab es zwei und fürs zweite drei Angebote. Jede Baufirma durfte sich nur für ein Baulos bewerben.

Das Amt für Straßenunterhalt und Instandsetzung ist für den Zustand von insgesamt 1125 Kilometer Straßennetz zuständig. Davon sind 555 Kilometer eigene Kreisstraßen. Im Jahr 2018 konnte der Landkreis dank üppiger Förderung in Bau und Instandsetzung von Kreisstraßen deutlich höhere Summen planen. Rund 14,1 Millionen Euro waren laut einer Ankündigung von Amtsleiter Dietmar Rentzsch für 2018 vorgesehen. 2017 waren es immerhin knapp acht Millionen Euro.


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