Kleinkläranlagen: Wartung wird teurer

Nicht nur Autos, auch private Anlagen zur Reinigung von Abwasser müssen instand gehalten werden. Dafür will der Zweckverband jetzt mehr Geld. Das gefällt nicht jedem.

Oelsnitz/Klingenthal.

Besitzer von biologischen Kleinkläranlagen im Vogtland werden erst einmal geschluckt haben, als sie die Zwav-Schreiben öffneten: Der Verband hatte ihnen neue Verträge für die Wartungsarbeiten der Anlagen vorgelegt - und darin zugleich höhere Kosten angekündigt. Die geänderten Verträge sollen zu Beginn des kommenden Jahres gelten. Empörend - empfinden viele Verbraucher die Situation.

So auch Günter Schwab aus dem Plauener Westend. Er besitzt eine solche biologische Kleinkläranlage. Diese wurde laut Schwab 2009 vom Zwav installiert und ist seitdem von dem Verband auch gewartet worden. Bis Ende dieses Jahres bezahlte der Plauener jährlich 84,50 Euro für die Instandhaltung seiner Hauskläranlage. Das war in Ordnung für ihn.

Doch Ende September kündigte der Zwav den Vertrag. Zwei Wochen später flatterte Schwab ein neuer Vertrag ins Haus - mit höheren Preisen. Zu hoch, empfindet der Rentner die neuen Kosten, die sich künftig auf 135 Euro pro Jahr belaufen. "Das ist eine Erhöhung um knapp sechzig Prozent", rechnet er vor.

Bis Ende 2015 hatten viele Vogtländer ihre Kleinkläranlagen aufrüsten müssen. Diese neuen Systeme werden zwei- bis dreimal im Jahr auf Herz und Nieren geprüft, was unter anderem durch den Zweckverband Wasser/Abwasser geschieht.

Auf Nachfrage der "Freien Presse" sagte Henning Scharch, Geschäftsführer des Zwav: "Wir haben die Preise seit 14 Jahren nicht erhöht." 2002 seien die ersten Verträge für biologische Kläranlagen geschlossen worden. Inzwischen seien auch die Ausgaben für den Zwav geklettert. Gestiegene Personal- und Verbrauchskosten, zum Beispiel für Treibstoff und für Fahrten, müssten umgelegt werden. Auch für die analytische Untersuchung der Klärprobe, die bei jedem Check entnommen wird, fallen laut Verband höhere Kosten an. Das wiederum habe Auswirkungen auf die Verbraucher.

"Das ist aber ein freier Markt", sagte Scharch. Jeder Verbraucher habe das Recht, sich einen anderen Anbieter für die Wartungsarbeiten seiner Kläranlage zu suchen. "Wir würden es allerdings gerne sehen, wenn die Kunden uns die Treue halten", so der Geschäftsführer.

Die Verbraucherzentrale in Plauen sagte dazu: "Generell ist eine Preiserhöhung möglich, doch müsste man in die Verträge schauen", sagt die Mitarbeiterin Claudia Neumerkel.

Günter Schwab hat derweil einen neuen Wartungsvertrag unterzeichnet - bei einem anderen Anbieter.

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