Mario Horn schaltet sich in Clinch an der Pirk ein

Oberbürgermeister stärkt Naturschützern den Rücken

Oelsnitz.

Der Oelsnitzer Oberbürgermeister Mario Horn (CDU) bezieht im seit mehr als einem Jahr andauernden Zwist zwischen Naturschützern und Landestalsperrenverwaltung (LTV) um eine Dammsanierung am Vogelschutzbecken der Pirk jetzt klar Position - für die Naturschützer. "Das Anliegen der Naturschützer ist auch das der Stadt Oelsnitz", sagte er im Gespräch mit "Freie Presse". Der Erhalt von Natur und Umwelt sei eine wesentliche Aufgabe eines Stadtchefs, meinte er auf Nachfrage zu seinen Beweggründen. Schriftlich hat er das an die Adresse des für die Pirk zuständigen Betriebsleiters, Gerd Zobel, formuliert. In Kopie ging das Schreiben auch an Landrat Rolf Keil (CDU). Horn hofft nun, im verhärteten Konflikt bei einem gemeinsamen Vorort-Termin vermitteln zu können.

Konkret geht es um 176 Bäume, die auf dem Damm des Vogelschutzbeckens wegen Sanierungsarbeiten am technischen Bauwerk fallen sollen. Das Vorhaben ist als Maßnahme für den Hochwasserschutz eingestuft. Mitglieder von Nabu, BUND, Grüne Liga, Sächsischer Heimatschutz, Verein Sächsischer Ornithologen und der Arbeitsgemeinschaft Vogtländischer Ornithologen sind mit dem Vorgehen nicht einverstanden. Sie fürchten, dass der Eingriff in den Schutzgürtel das gesamte Refugium nachhaltig schädigt. Vier Vertreter, darunter die Vogelkundler Petra und Thomas Schulz aus Auerbach, trugen ihr Anliegen im Mai im Oelsnitzer Rathaus vor. Zuvor hatte der Klingenthaler Ornithologe Stephan Ernst bereits ein Schreiben an Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verfasst. Die Beschwerde bewirkte, dass das sächsische Umweltministerium den Fall nun erneut prüft.


Die Bauarbeiten sollten laut Plan im Herbst und damit außerhalb der Brutzeit beginnen. Die Landestalsperrenverwaltung hatte ihre ursprünglichen Pläne aufgrund von Naturschutzbelangen bereits korrigiert. Die Untere Naturschutzbehörde mit Sitz im Plauener Landratsamt befand, dass die Verlegung der Baustraße von der Dammkrone in die für die Bauzeit einzuengende Weiße Elster bereits zu einer "erheblichen Reduktion der erforderlichen Gehölzfällungen" führt. Seitens der LTV hieß es zuletzt, dass über das Vorhaben informiert werde, sobald alle Genehmigungen vorliegen.

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