Poker um 5,9 Millionen Kilometer

Für den Zweckverband ÖPNV im Vogtland und sein neues Netz wird es ernst. Gestern wurde ein erster Schritt gemacht.

Auerbach.

Im Vogtlandkreis wurde jetzt erstmals die Vergabe des Busverkehrs europaweit ausgeschrieben. Das hat gestern die Versammlung des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ÖPNV) einstimmig beschlossen.

Bei dem Projekt handelt es sich um das in den vergangenen Monaten in vielen Städten und Gemeinden des Landkreises vorgestellte Vogtlandnetz 2019+ für den Busverkehr: Die Ausschreibung wird laut ÖPNV-Geschäftsführer Thorsten Müller in den nächsten Tagen veröffentlicht. Verkehrsunternehmen können sich dann bis 9. Oktober darum bewerben, jährlich insgesamt 5,9 Millionen Kilometer Verkehrsleistungen zu erbringen. Das Auftragsvolumen habe einen Gesamtwert von weit über 100 Millionen Euro bei einer Laufzeit von zehn Jahren. Um auch mittelständischen Verkehrsunternehmen die Chance einzuräumen, sich an der Ausschreibung zu beteiligen, habe der Verband das Paket in drei Lose aufgeteilt, sagt Müller. Das Los Nord umfasst die Region von Reichenbach bis Falkenstein mit einer Verkehrsleistung von etwa 2,5 Millionen Kilometern. Zum Los Süd gehört die Region bis Klingenthal mit den Kurorten Bad Elster und Bad Brambach (rund 1,1 Millionen Kilometer). Das Los West umfasst das Gebiet von Pausa über Plauen bis Adorf (2,2 Millionen Kilometer). Verläuft das Verfahren reibungslos, kann die Verbandsversammlung des ÖPNV die drei Aufträge Anfang 2019 vergeben. Laut Müller ist das Inkrafttreten des Vogtlandnetz 2019+ für den 13. Oktober nächsten Jahres geplant.

Von dem neuen Nahverkehrskonzept sollen Passagiere und Busfahrer profitieren. "Wir geben nicht nur die Fahrpreise vor, sondern fordern auch eine sehr hohe Qualität", erklärt Geschäftsführer Thorsten Müller. So müssten die Verkehrsunternehmen mit Vertragsstrafen rechnen, wenn sie nicht wie gefordert die einfacher zu besteigenden Niederflurbusse einsetzen oder die Busse über ein bestimmtes Maß hinaus unpünktlich sind. Positiv für die Busfahrer: Sie erhalten mehr Geld. Auch das sei in der Ausschreibung festgehalten.

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1Kommentare
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  • 1
    0
    Zeitungss
    10.08.2018

    Die letzten drei Sätze sind der Lacher. Der Billigste darf und die Löhne bezahlt bekanntlich nicht der VVV sondern der Betreiber. Besagter Herr Müller setzt sich im Vorfeld schon einmal nach RP ab um dort die Ehrenamtlichen einzuführen. Man wird ihn dort allerdings mit diesen Ansinnen in die Wüste schicken, was mehr als gerecht wäre.



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