Vogtlandbahn erneuert Fuhrpark

Ab dem heutigen Montag sind die Regio-Sprinter Geschichte. Auf den Gleisen rollen nur noch Regio-Shuttles. Dieser Zugtyp hat Vorteile. Einen davon kann man mit dem Hintern erspüren.

Oelsnitz/Klingenthal.

Ist das ein Regio-Sprinter oder ein Regio-Shuttle? Wer wissen will, in welchen Zugtyp er einsteigt, achtet am besten auf die Fenster. "Die Fensterfront beim Regio-Sprinter ist größer", sagt Jörg Puchmüller, Pressesprecher der Länderbahn. Das Verkehrsunternehmen betreibt unter anderem die Vogtlandbahn.

Das Unternehmen rüstete zuletzt in seiner Werkhalle in Neumark den Fuhrpark um. Deshalb kann man ab dem heutigen Montag den Kontrollblick auf die Glasfront sparen. Es rollen nur noch Regio-Shuttles. Diese Züge sind zwar nicht brandneu, aber immerhin neuer als ihre Vorgänger. "Sie verfügen beispielsweise über behindertengerechte Toiletten", nennt Firmensprecher Puchmüller eine der Neuerungen. Auch das Ein- und Aussteigen ist mit einem Rollstuhl künftig einfacher, weil sich an den Türen Plattformen ausklappen. Davon profitieren auch Eltern mit Kinderwagen sowie Senioren mit Rollatoren. "Das funktioniert natürlich nur, wenn die Gleise in den Bahnhöfen dementsprechend ausgelegt sind", schränkt Puchmüller ein.

Weiterere Pluspunkte: Auf den gepolsterten Schalen sitzt es sich bequemer, und die Shuttles verfügen über modernere Technik. "Klimaanlage und Heizung sind besser", zählt Jörg Puchmüller auf. Außerdem soll in den neuen Wagen das schon vor längerer Zeit angekündigte W-Lan in Betrieb gehen. Einen exakten Termin für das kostenlose Surfen gibt es zwar noch nicht. Doch Pressesprecher Puchmüller geht von Anfang kommenden Jahres aus.

Eigentlich hätten die Fahrgäste schon deutlich früher flächendeckend mit dem Regio-Shuttle unterwegs sein sollen. Doch 2016 wurden auf zwei Linien die Shuttles abgezogen und wieder durch das Vorgängermodell Sprinter ersetzt. Das diene "einem typreinen Umlauf zur Erhöhung der Flexibilität der Umlauf- und Fahrplangestaltung", hieß es damals etwas blumig.

Auf den Punkt gebracht: Es musste billiger werden. "Der Zweckverband ÖPNV hat sich aufgrund der zum damaligen Zeitpunkt ungewissen Höhe der Regionalisierungsmittel zu diesem Schritt entschieden", teilt Zweckverbands-Pressesprecherin Kerstin Büttner mit. Bei diesen handelt es sich um Geld, das der Bund den Ländern zur Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs zur Verfügung stellt.

Doch ab heute ist das Geschichte. Alle Fahrgäste im Vogtland kommen in den Genuss der neueren Züge.


Alle Veränderungen zum Fahrplanwechsel im Überblick

RB1 Zwickau - Falkenstein - Kraslice.

Aufgrund des veränderten Fahrzeugeinsatzes enden die Züge der Linie RB1 (bis auf einen) in Kraslice, Fahrten nach Sokolov sowie am Wochenende nach Karlovy Vary verkehren weiterhin als RB5 von Mehltheuer kommend. Züge auf der RB 1 verkehren weiterhin von und bis Zwickau Zentrum.

RB2 Zwickau - (Werdau) - Plauen - Adorf - Cheb. Die Linie RB 2 von Zwickau über Plauen nach Cheb RB 2 beginnt beziehungsweise endet in Zwickau Stadthalle. Dies dient der Erhöhung der Fahrplanstabilität auf der restlichen Linie, da bei einer Weiterführung der Linie bis Zwickau Zentrum dort eine sehr kurze Wendezeit zur Verfügung gestanden hätte, die sich bereits bei geringsten Verspätungen negativ auf die Folgefahrt ausgewirkt hätte und ist durch den geänderten Fahrzeugeinsatz begründet.

Anschluss aus dem beziehungsweise in das Zwickauer Zentrum bietet die Straßenbahn Linie 3. Die RB2 verkehrt zeitlich so, dass in Bad Brambach gute Übergänge vom Zug zum Stadt-Bus möglich sind. In Adorf gibt es in jeder Stunde einen Anschluss von der RB2 in Richtung Bad Elster mit den Takt-Bus-Linien 92 und 93.

Am Abend wird eine Taktlücke zwischen Plauen und Bad Brambach geschlossen, hier verkehrt ein Zug ab Plauen oberer Bahnhof um 20.30 Uhr bis nach Bad Brambach. Außerdem geht die letzte Fahrt in Richtung Bad Brambach eine Stunde später und wird täglich angeboten. Damit ist an den Wochenenden Ankunft des letzten Zuges in Bad Brambach um 21.21 Uhr und 21.24 Uhr fährt der Stadt-Bus bei Bedarf. Am Knoten Adorf bestehen bei dieser Fahrt Anschlüsse an die Plus-Bus-Linie 30 in Richtung Markneukirchen - Klingenthal und die Takt-Bus-Linie 93 in Richtung Bad Elster. Ebenso hat man in Bad Elster Anschluss an den Stadt-Bus.

RE3 Dresden - Hof. Der erste Zug der Linie RE 3 Richtung Hof wird zusätzlich in Mehltheuer halten. Dadurch entsteht Anschluss von der Takt-Bus-Linie 42 aus Zeulenroda (Ankunft 5.30 Uhr) in Richtung Hof. Gleichzeitig wird mit diesem zusätzlichen Halt eine Lücke im Fahrplan geschlossen, da nun zwischen 4.45 und 7 Uhr drei Züge zwischen Mehltheuer und Plauen in einem angenäherten Stundentakt verkehren werden.

RB4 Gera - Greiz - Plauen Mitte - Weischlitz. Ein Frühzug der Linie RB4 wird in Gera direkten Anschluss an den Intercity nach Köln bieten. Dieser Zug startet um 4.30 Uhr in Adorf und erreicht Gera um 5.58 Uhr. Dort kann innerhalb weniger Minuten in den Intercity umgestiegen werden. In der Gegenrichtung erreicht der Intercity Gera um 21.55 Uhr. Um 22.12 Uhr startet die RB4 nach Adorf. Außerdem wird auf der Linie RB 4 bei einem Zug die Leistung mit der DB Regio getauscht. So verkehrt in den Abendstunden VBG 80285 montags bis freitags und sonntags von Gera bis Weischlitz. Ein Umstieg in Greiz ist nicht mehr erforderlich. Der letzte Zug ab Weischlitz verkehrt künftig um 19.40 Uhr in Richtung Greiz/Gera.

Quelle: Zweckverband ÖPNV

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