Wie weiter mit Klingenthals Nachwuchsschanzen?

Der Standort an der ehemaligen Aschbergschanze verfällt. Die jungen Adler müssen zum Training nach Rodewisch oder Johanngeorgenstadt ausweichen.

Klingenthal.

Sie geben ein trauriges Bild ab, die vor 20 Jahren eingeweihten Nachwuchsschanzen auf dem Gelände der legendären Aschbergschanze im Steinbachtal. Richard Freitag, der an diesem Wochenende beim Weltcupauftakt im polnischen Wisla mit dabei ist, stellte im März 2003 auf der großen Schanze mit 40 Metern eine Rekordmarke auf. Errichtet wurden die beiden großen Nachwuchsschanzen damals durch den Förderverein zum Wiederaufbau der Aschbergschanze, zwei kleine Sprunganlagen setzte der VSC Klingenthal hinzu, der auch die Anlage dann betrieb.

Inzwischen ist der Anlaufturm der großen Schanze eingebrochen. Nicht anders sieht es an der kleineren Anlage aus, auf der der Klingenthaler Tom Lubitz 2005 und 2006 Schanzenrekorde aufstellte. Wenn der Klingenthaler Springer-Nachwuchs heute auf Schanzen trainierten will, muss nach Rodewisch oder gar Johanngeorgenstadt ausgewichen werden. Der Standort an der ehemaligen Aschbergschanze hat aktuell keine Zukunft mehr.

Neue Nachwuchsschanzen sollen am Standort der Vogtlandschanzen in Mühlleithen entstehen. Seit Oktober 2017 liegt ein Fördermittelbescheid über 694.000 Euro vor. Vier Nachwuchsschanzen sind geplant, ursprünglich sollten sie Ende 2018 sprungfertig sein. Auf knapp eine Million Euro ist das Projekt veranschlagt. Der VSC Klingenthal hat laut Geschäftsführer Alexander Ziron inzwischen rund 96.000 Euro für Planungen und Gutachten ausgegeben. Wie Ziron auf Nachfrage mitteilte, liegen die Unterlagen für das Schanzenprojekt zur Prüfung bei den zuständigen Behörden.

Diese neuen Nachwuchsschanzen werden - im Gegensatz zu den bereits bestehenden Vogtlandschanzen - nicht unter das Dach des vom Vogtlandkreis und der Stadt Klingenthal gegründeten Zweckverbandes für die Vogtland-Arena kommen. "Diese Anlagen haben mit dem Zweckverband nichts zu tun", betonte Ziron. Das bestätigte auch Oberbürgermeister Thomas Hennig (CDU) als Vorsitzender des Zweckverbandes. "Diese kleineren Schanzen fallen in den Bereich Nachwuchs- und Breitensport. Der ist Aufgabe des VSC Klingenthal. Der Zweckverband kümmert sich um die Anliegen des Profisports", zeigte er auf. Dazu gehören neben der Vogtland-Arena die beiden Vogtlandschanzen in Mühlleithen samt Funktionsgebäude, die Rollerbahn am Kiel und ein Pistenbully.

Alle Fördermittelverpflichtungen, die bislang an den Vogtlandkreis und die Stadt Klingenthal für diese Sportanlagen flossen, übernimmt jetzt der Zweckverband. Das wurde auf der Verbandsversammlung am Donnerstag in Plauen beschlossen. Die Fördermittelbindefrist für die Vogtland-Arena läuft demnach bis 2032.

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