Zaulsdorfer Gewerbegebiet: Kampf um schnelles Internet

Anlieger und Handwerker Arndt Doll ist sauer: Das Areal ist bisher immer aus der Förderung gefallen. Warum der Vogtlandkreis jetzt doch handeln will.

Zaulsdorf.

Das Gewerbegebiet an der Waidmannsruh in Zaulsdorf benötigt schnelleres Internet - was bisher Alltag ist, betrachtet Anlieger und Handwerker Arndt Doll als Trauerspiel. "Die Betriebe gucken in die Röhre. Wir bleiben auf ewig auf Kupferkabel sitzen. Eine Riesenschweinerei", schimpft der Dachdecker. Er hat einen Hals auf den Vogtlandkreis - und wirft der Behörde vor, das Thema zu verschlafen.

Doch aus der Kreisverwaltung kommen nun neue Töne. Bislang galten Gebiete wie das Zaulsdorfer Gewerbegebiet, die mit 30 Megabit pro Sekunde versorgt waren, im Ausbau als nicht förderfähig. "Aber für Industrie- und Gewerbegebiete wurden die Förderkriterien verändert, sodass das Gebiet in den neuen Antrag mit aufgenommen wird", informiert Marion Päßler, Amtsleiterin Wirtschaft und Bildung in der Kreisverwaltung, auf "Freie Presse"-Anfrage. Die neue Ausbaustufe unter der Regie des Vogtlandkreises sieht Glasfaser bis ins Haus vor - ein Ausbaustand, der bei den derzeit laufenden Arbeiten in Eigenregie der Deutschen Telekom nicht umgesetzt wird. Dabei wird Glasfaser bis zu Verteilern gezogen, von hier aus geht es bis zu den Endanschlüssen mit Kupfer weiter. Im aktuellen Ausbau der Telekom ist nur das Kern-Ortsgebiet von Zaulsdorf enthalten. Die bislang geltende Förderrichtlinie hat das Zaulsdorfer Gewerbegebiet nicht eingeschlossen - weil es nicht als "unterversorgt" (unter 30 Megabit pro Sekunde) galt.


De facto handelt es sich aber um Unterversorgung, betont Doll. Von den laut Telekom an seiner Adresse verfügbaren 100 Mbit/s im Download und bis zu 40 Mbit/s im Upload "sind wir jetzt weit unterhalb entfernt. Bei schlechtem Wetter, wenn viele im Internet sind, kommt der Datenverkehr oft zum Erliegen", weiß Doll und spricht davon, dass benachbarte Firmen große Datenmengen zu bewegen hätten. Er fordert rasches Handeln. "50 Prozent der Flächen des Gewerbegebietes sind noch grüne Wiese. Ein Kupferkabel statt Glasfaser ist kein Anreiz für neue Firmenansiedlungen."

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