Bürgermeister bittet in Dresden um zweites Impfzentrum fürs Vogtland

Bürgermeister bittet um Unterstützung für zweite Einrichtung im Vogtland

Plauen.

Plauens Sozialbürgermeister Steffen Zenner (CDU) hat in einem Schreiben an Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) um Unterstützung für ein zweites Impfzentrum für das Vogtland neben Eich in Plauen gebeten. "Der Unmut unserer Bürger und entsprechende Nachfragen häufen sich nahezu täglich", so Zenner in seinem Schreiben vom Dienstag an die Ministerin.

Praktikable Wege, effiziente Strukturen und zügige Abläufe seien nicht nur für die Gesundheit der Menschen notwendig, sondern auch, um das wirtschaftliche, kulturelle und soziale Leben schnellstmöglich wieder in Gang zu bringen. Zenner: "Genau hier sehe ich im Landkreis enorme Probleme." Der Standort in Eich sei für rund 90.000 Landkreisbewohner "schlichtweg mehr als ungenügend" zu erreichen - laut Zenner immerhin geschätzt die Hälfte derer, die sich eine Impfung abholen dürften.

Es bedürfe deshalb unbedingt "eines weiteren Impfzentrums im Oberzentrum des Vogtlandes, der Stadt Plauen", appelliert Zenner. Das werde dann vor allem für den westlichen Teil des Landkreises von Bad Brambach bis Pausa-Mühltroff besser erreichbar sein. Bürgermeister Zenner unterbreitet der Ministerin zugleich einen Vorschlag dafür: Im Behördenzentrum Neundorf böten sich eine derzeit ungenutzte Mehrzweckhalle, das Haus Vogtland und leergezogene Büros der Plauener Wohnungsbaugesellschaft an - zusammen mehr als die geforderten 2000 Quadratmeter. Die Anbindung an den Oberen Bahnhof sowie durch Busse und Straßenbahn und ausreichend Parkplätze seien gegeben. Die Nutzung der in weiten Teilen landeseigenen Immobilie sei "zeitlich nahezu unbegrenzt und kostenneutral möglich".

Unterstützung erhält Zenner inzwischen von der Plauener Bürgerplattform für demokratische Erneuerung und dem Landtagsabgeordneten Sören Voigt (CDU). Der habe schriftlich Unterstützung zugesagt, informierte Zenner: "Das ist enorm hilfreich." Voigt selbst sieht Chancen zumindest für eine Außenstelle des Impfzentrums. Das DRK Sachsen, das die Impfzentren im Auftrag des Landes betreibt, hatte die Entscheidung für Eich auf Basis von drei Vorschlägen des Landratsamtes getroffen. Dazu gehörte die Festhalle Plauen, die sich aus Sicht des DRK jedoch als nicht geeignet erwies.

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1212 Kommentare
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    2
    BuboBubo
    08.01.2021

    Die geschilderten Probleme sind offenbar keine Spezialität des Vogtlandkreises. Auch im Landkreis Zwickau wurde man darauf aufmerksam. Dort greift die Stadt Limbach-Oberfrohna zur Selbsthilfe und organisiert einen Fahrdienst für Bedürftige (und wünscht sich zudem ebenfalls ein zweites Impfzentrum).
    Gut, dass es solch agile Bürgermeister gibt! Wo das nicht der Fall ist, hat man eben Pech.

    https://www.freiepresse.de/chemnitz/limbach-oberfrohna-plant-shuttle-service-fuer-corona-impfungen-artikel11286388

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    1
    BuboBubo
    08.01.2021

    @Steech: Es sieht nicht danach aus, dass ein spezielles ÖPNV-Angebot für dieses Impfzentrum geschaffen wird - jedenfalls ist nirgendwo etwas davon zu lesen. Von Plauen aus z. B. erreicht man Eich (Bahnhof) regulär im 2-Stunden-Takt mit 1x Umsteigen in Treuen (in den Bus, weil die Bahn am Bahnhof Eich vorbeifährt). Anschließend hat man noch ca. 1 km Fußweg. Für mobile Menschen ist das sicher kein Problem, für einen erheblichen Teil der 80+jährigen, insbesondere Pflegefälle, die zu Hause leben - und das sind etwa 80% - schon.
    Ich kenne einige solcher Menschen persönlich. Für die ist das ein großes Dilemma, und sie fühlen sich alleingelassen damit. Nachbarschaftshilfe ist oft möglich, aber bereits dann, wenn ein Rollstuhl im Spiel ist, wird es schwierig. Es gibt Bundesländer (z. B. MV), da wird eine Impfung zu Hause erwogen. In anderen BL will man Fahrdienste bereitstellen. In Sachsen ist davon keine Rede.

  • 1
    0
    Steech
    08.01.2021

    @Bubo: Nein, da wahr ich noch jung. Aber sie haben sicherlich berechtigte Einwände. Jedoch gehe ich davon aus dass die Impfzentren nur temporär betrieben werden. Und das ist nur ein Grund um sich diese Ausgabe sparen zu können...

    Btw: fährt denn mittlerweile ÖPNV nach Eich? (Abgesehen von der vorher schon bestehenden Anbindung)

  • 0
    4
    kopfschuettler1
    08.01.2021

    @BuboBubi

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    8
    Kerstin1258
    07.01.2021

    Wenn ein weiteres Impfzentrum dem Vogtland zugestanden würde, müsste dies zwangsläufig auch allen anderen Regionen zugestanden werden. Vor dem Hintergrund, dass diese Zentren nicht auf Dauer erforderlich sein werden, ist dies wirtschaftlich nicht vertretbar.
    Dass die Erreichbarkeit des Eicher Zentrums mit dem ÖPNV nicht passt, ist unstrittig.
    Dieses Problem betrifft in der Mehrheit vielleicht die zuerst zu Impfenden.
    Andererseits waren in 2019 im Vogtland 743 PKW pro 1.000 Einwohner zugelassen.
    Das bedeutet, für die Personen, die keine Möglichkeit haben, das Impfzentrum wie auch immer zu ereichen, müssen Angebote erstellt werden.
    Dies sollte auch in der Verantwortung der Kommunalpolitiker liegen.
    Das Aufmachen populistischer Forderungen muss ein Ende haben.

  • 7
    5
    BuboBubo
    07.01.2021

    @Steech: OK. Wegen der Kosten.
    Erinnern Sie sich an die sächsische Kreisreform von 2008? Auch die wurde gegen den mehrheitlichen Willen der Bürger mit derselben Begründung durchgesetzt: Wegen der Kosten.
    Die Bilanz zehn Jahre später: Keine Kosteneinsparung, dafür Bedeutungsverslust für etliche Städte, fehlende Bürgernähe, Entfremdung. In logischer Folge hat man nun also in Sachsen 1 Impfzentrum pro 308.000 Einwohner.
    Unser Nachbarland Bayern hat sich derartigen Gigantomanismus erspart. Dort sind Städte noch kreisfrei, die in Sachsen noch nicht mal als Oberzentrum eingestuft würden. Resultat: Man hat dort 1 Impfzentrum pro 133.000 Einwohner, also mehr als die doppelte Dichte im Vergleich zu Sachsen. Ob sie deshalb in der Endabrechnung doppelt so teuer sind, wird sich zeigen. Näher am Bürger sind sie jedenfalls.

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    6
    Steech
    07.01.2021

    @Bubo ... zu deiner letzten Frage, warum denn kein zweites Impfzentrum? Wegen den Kosten!!! Nutzt die vorhandenen Verkehrsmittel, legt sie um auf alternative Fahrpläne und erstellt ein Beförderungskonzept im Austausch mit den Bürgern und deren Vertretern. Egal was ihr im Landratsamt noch vorhabt, hört endlich auf unser aller Geld mit der Schneeschaufel vom Dach zu schieben! Wir haben alles vor Ort um solche Umstände kostengünstig(er als dieses 2. IZ) abzuwickeln und damit Ressourcen für z.B. die Schulausstattung frei zu halten. Und selbst wenn es gefördert wird und aus einem "anderen" Topf kommt. Wenn man es zuende spinnt müssen wir alle dafür unsere Steuern bezahlen. Liebe Vertreter des Kommunal- und auch Landespolitik... Sparsamkeit, Bescheidenheit, etwas clevernes und Vernunft...

  • 7
    16
    365533
    07.01.2021

    Rudolf
    Ich bin der Meinung auch die Bürger aus Plauen sollten doch mal kennenlernen, wie es ist, wenn ein Ort nicht schnell, z.B. per Staßenbahn, erreichbar ist. Ein zweites Zentrum finde ich unnötig.

  • 15
    6
    BuboBubo
    07.01.2021

    @kopfschuettler1 schrieb: "Erst nachdem ds Impfzentrum Eich bekanntgemacht wurde kamen die Gegenstimmen."
    Woher hätten denn Gegenstimmen kommen sollen, BEVOR die Entscheidung bekannt gemacht wurde? Vom lieben Gott?

    Es wird seinen Grund gehabt haben, warum es so viel Geheimniskrämerei darum gab. Angeblich aus Sicherheitsgründen - was letztlich nicht verhindert hat, dass das "hochsichere" Impfzentrum unter Bewachung mit Farbe besprüht wurde.

    Die erste kritische Anmerkung zum Standort kam bereits am 11.12.2020 (https://www.freiepresse.de/vogtland/auerbach/drk-sucht-personal-fuer-corona-impfzentrum-im-vogtland-artikel11244631), da war der Standort noch gar nicht offiziell bestätigt.

    Was spricht eigentlich gegen ein zweites Impfzentrum, welches für einen großen Teil der Bevölkerung besser erreichbar ist und auch gar nicht so riesig groß wie ein einziges Impfzentrum für alle sein muss? Auch das Personal kann aufgeteilt werden. Wer gern nach Eich fährt, kann das ja trotzdem tun.

  • 8
    3
    Kerstin1258
    07.01.2021

    Ist denn Herrn Zenner erst jetzt bekannt geworden, dass auch im Vogtland ein Impfzentrum geplant war? Oder ist sein opportunistischer Vorschlag dem Umstand geschuldet, dass er in diesem Jahr OB werden will? Bezeichnend ist zudem, dass ihm dafür der Impfskeptiker Sören Voigt zur Seite springt. Parteifreund Hösel dagegen befand unlängst den Standort Eich ideal.
    Zudem wird für einen weiteren Standort neben Geld auch Personal benötigt.
    Wegen der erforderlichen Finanzausstattung könnte Herr Voigt doch direkt beim Finanzminister anfragen.
    Herr Zenner sollte sich besser darum kümmern, dass die Schulen in Plauen so ausgestattet werden, dass Unterricht auch unter Pandemiebedingungen möglich ist.

  • 15
    3
    Bernd41
    07.01.2021

    Plauen ist das Zentrum des Vogtlandes, deshalb gibt es aus dem gesamten Vogtland Verkehrsverbindungen nach Plauen. In Plauen fährt die Straßenbahn zum Behördenzentrum. Besser kann es gar nicht sein. Wo haben die Behördenangestellten und Besucher geparkt? Da müssen sich doch entsprechende Park Flächen finden oder einrichten lassen.

  • 13
    20
    kopfschuettler1
    07.01.2021

    Erst nachdem ds Impfzentrum Eich bekanntgemacht wurde kamen die Gegenstimmen. Warum hat sich der Herr Landrat nicht gleich für ein anderes Gebäude entschieden? Man weiß ja gar nicht, ob ein Shuttlebus dafür eingesetzt wird oder nicht. Und - dass im Behördenzentrum genügend Parkplätze vorhanden sein sollen, das ist mir neu. Wo sollen die denn sein? Und wollen Sie wirklich die ganzen Autos in der Stadt haben? Es werden nicht nur 5 oder zehn sein! Dann geht wieder das große Jammern mit der Verkehrsbelastung los. Und warum hat man dann erst Geld in das Impfzentrum Eich gesteckt? Dort ist alles vorhanden - und jeder, der will wird auch hinkommen!