Caravan-Standort: SPD-Stadtrat vergibt eine "glatte 6"

Endlich geht es jetzt mit einem Wohnmobil-Standort in Plauen voran. Die Pläne stoßen auf Zustimmung - trotz deutlicher Kritik.

Plauen.

Die Stadt Plauen ist ihrem Ziel, einen Caravan-Standort zu etablieren, näher gekommen. Der Stadtbau- und Umweltausschuss stimmte am Montagabend trotz Kritik und erheblicher Vorbehalte mit klarer Mehrheit einer Beschlussvorlage zu, die drei Punkte enthält.

Erstens soll ein Standort für acht Wohnmobile gemäß Definition des Deutschen Tourismusverbandes an der Auenstraße, nahe der Weißen Elster, geplant werden. Die Verwaltung soll dafür Fördergeld beantragen. Zweitens soll das Rathaus ein Konzept zur kostendeckenden Betreibung entwickeln und im zweiten Quartal 2020 vorlegen. Drittens schließlich soll die Verwaltung die Vorplanung für eine vom Caravan-Stellplatz räumlich getrennte Toilette in Fertigteilbauweise auf dem Neustadtplatz entwickeln und ebenfalls zwischen April und Juni dem Stadtrat vorlegen. Das WC ließe sich erst im Haushalt 2021 einordnen.

Für SPD-Stadtrat Bernd Stubenrauch geht diese Vorlage am Auftrag des Stadtparlaments an die Verwaltung vorbei. Während Caravan-Tourismus immer beliebter werde und diese zahlungskräftige Gästegruppe wächst, bremse das Rathaus. "Seit 2013 diskutieren wir. Beschlüsse werden nicht umgesetzt", schimpfte Stubenrauch und erteilte der Verwaltung dafür "eine glatte Note 6". Der Mittelwert von Caravan-Stellplätzen liege in Deutschland bei 17, der Stadtrat wollte zehn, im Beschlusstext stehen acht. Mit der bescheidenen Größenordnung und den Betriebskosten begründete Baubürgermeister Levente Sárközy die bescheiden ausgestattete "Ver- und Entsorgungsstation" anstelle ordentlicher Sanitäranlagen. So etwas rechne sich erst bei 50 Stellplätzen. Die Verwaltung habe das Thema intensiv untersucht und gehe es jetzt "anders an, als ursprünglich gedacht", sagte Sárközy.

Warum wurden die Planungen nicht 2019 beauftragt, fragte Felix Albert, als sachkundiger Bürger von der CDU in den Ausschuss entsandt. Und warum ohne Duschen und mit räumlich getrenntem WC-Standort? "So etwas gibt es heute gar nicht mehr", erklärte er. Alice Schubert, sachkundige Bürgerin der Linken, wohnt nah an einem Caravan-Stellplatz, und der sei eigentlich fast immer voll, auch im Winter, sagte sie.


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