Dittesschule: Stadt erfüllt Elternwünsche

Selten hat die Zukunft einer Plauener Bildungseinrichtung die Gemüter so bewegt. Vor dem Umzug in den Winterferien sind jetzt aber viele Fragen geklärt.

Plauen.

Ein Fahrstuhl, moderne Brandschutztechnik, Mädchen- und Jungs-Toiletten auf allen vier Etagen: Soweit ist theoretisch alles fertig. Die 180 Dittes-Grundschüler, ihre amtierende Schulleiterin Andrea Remus, die Lehrer und Hort-Mitarbeiter könnten umziehen. Doch mitten im Schuljahr ist ein Wechsel vom Gebäude an der Dittesstraße 31 ins frisch sanierte Haus an der Seminarstraße 13 organisatorisch nicht ohne Weiteres möglich. Und ein paar Kleinigkeiten fehlen eben doch noch: die Umzäunung des Objekts, die vertikalen Sicherheitsnetze an den hohen Treppenaufgängen und die Bauendreinigung zum Beispiel. Deshalb werden die Schüler erst nach den Winterferien ab Anfang März in den neuen Räumen lernen.

Für den Elternrat, der dem Neustart positiv gegenübersteht, ist das in Ordnung. "Wir ziehen in eine komplett fertige Schule", freute sich Elternsprecherin Jana Rudolph gestern Nachmittag bei einem Rundgang durch das Gebäude. Auch Bildungsbürgermeister Steffen Zenner (CDU) verschaffte sich erneut einen Überblick. In den vergangenen zwei Jahren sei er oft vor Ort gewesen, um sich von den baulichen Fortschritten zu überzeugen.

Über den Umzug der Dittes-Grundschule war in der Vergangenheit teils kontrovers diskutiert worden. Was vor allem zur Debatte stand: die Sicherheit der Kinder. So hatten Eltern mehrfach angeregt, die Seminarstraße vor der Schule für den Verkehr zu sperren. Die Reaktion der Stadtverwaltung: Sie verlegte den Haupteingang nach hinten. "Dort ist die Sicherheit gegeben", so Jana Eichler, Projektleiterin der Gebäude- und Anlagenverwaltung (GAV). Ob sich Verkehr und Kinder vertragen, ob etwa eine Verkehrsberuhigung nötig sein wird, wolle man im Schulalltag beobachten, versprach Bürgermeister Zenner.

Auch in einem anderen Punkt ging die Stadt auf die Eltern zu: Diese hatten befürchtet, dass es für die Erst- bis Viertklässler gefährlich sein könnte, auf dem Weg zur Schule die viel befahrene Trockentalstraße zu überqueren. Das Rathaus reagierte: Eine neue Fußgänger-Ampel wurde im August in Betrieb genommen.

Auch ein Schulgarten stand auf der Wunschliste der Eltern. Diesen wird es ab Mai geben, stellte Bürgermeister Zenner gestern in Aussicht - "auf dem wilden Parkplatz an der Neustraße". Die Verwaltung habe sich richtig bemüht, lobten viele Eltern. Das große Schulgebäude für ihre Kleinen schätzen sie sehr.

Die ehemaligen Außenstelle des Berufsschulzentrums e.o.plauen ist ein Haus mit Schultradition. Mitte des 19. Jahrhunderts als Gewerbeschule entstanden, an der auch der Zeichner Erich Ohser seine Ausbildung machte, hat sich die Stadtverwaltung den Standort für die Erst- bis Viertklässler bewusst herausgepickt, um eine kindgerechte Einrichtung entstehen zu lassen, die auf dem neuesten Stand ist. Etwas mehr als eine Million Euro stecken im Umbau. Dieser verzögerte sich, weil die Handwerker laut GAV mit Aufträgen überlastet gewesen seien.

Längst hat das rundumerneuerte Haus innen und außen Gestalt angenommen. Der Schimmel im Keller, der voll genutzt werden soll, ist passé. Speiseraum nebst Küchenausgabe, Werkunterrichts- und Lagerräume können einziehen. Nur der ursprünglich für dort geplante Hort nicht. Er wird künftig im multifunktionalen Nachbarhaus mituntergebracht. Über der Hort-Etage soll sich bald das Depot des Vogtland-Museums befinden.

Ob auf dem Sportplatz, dem Schulhof oder in der Turnhalle - künftig überall ganz viel Platz zu haben, das war und ist ein Argument für den neuen Grundschul-Standort gewesen. Denn es geht eng zu in dem Schulkomplex, den sich die Grund- derzeit noch mit der Oberschule teilt. Richtig zufrieden sein kann auch das Diesterweg-Gymnasium. Die Einrichtung bekommt zwar keinen Anbau auf ihrem Schulhof, dafür aber den frei werdenden Bereich der Grundschule. Und die Dittes-Oberschule, so Zenner, die bleibt.

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