e.o.plauen: Galeristin muss wieder gehen

Die Fronten hinter den Kulissen sind verhärtet. Nach nur zweieinhalb Monaten verlässt Delia Viola Kottmann die Region.

Plauen.

Nach nur zweieinhalb Monaten als neue Galeristin im Erich-Ohser-Haus verlässt Delia Viola Kottmann wieder das Vogtland. Die e.o.plauen-Stiftung als ihr Arbeitgeber hat nach einer Sondersitzung am Samstag beschlossen, sich von der 41-Jährigen zu trennen. Sie hatte erst am 1. Juli das Amt der Kuratorin und das des Stiftungsvorstandes übernommen. Kottmann hatte die Nachfolge von Kunsthistorikerin Elke Schulze angetreten, die zum Jahresende gekündigt hatte.

Grund für die fristgerechte Vertragsauflösung: "Es hat unüberbrückbare Auffassungsunterschiede in der Mitarbeiterführung gegeben", so Stadtrat Lutz Kowalzick (CDU), Vorsitzender des Stiftungsrates, am Montag. Hinter vorgehaltener Hand hieß es von mehreren Seiten, es fehle an Leitungskompetenz.

Zu dem Vorgang sei Stillschweigen vereinbart worden, so Petra Rank. Sie kritisiert, dass einzelne Sitzungsinhalte dennoch an die Öffentlichkeit gelangten. Die Plauener Stadträtin (Die Linke) ist ebenfalls Stiftungsrätin und wird den Vorstand nun kommissarisch leiten.

Überrascht zeigte sich Plauens Kulturbürgermeister Steffen Zenner (CDU). Er habe von Kottmann persönlich von der Vertragsauflösung erfahren - am Rande des Denkmaltags am Sonntag. Offiziell, etwa durch den Stiftungsrat, wisse er davon noch nichts.

Kottmann selbst bedauert, dass derzeit viel über sie, aber nicht mit ihr gesprochen werde. Es sei eine schwierige Situation für sie: "Im Juli bin ich von Süddeutschland nach Plauen gezogen, nun packe ich wieder Koffer." Warum die Fronten so verhärtet sind, verstehe sie nicht. "Ich habe die Mitarbeiter nie fachlich kritisiert", aber es habe Dinge gegeben, die sich eingeschliffen hätten und die sie habe ändern wollen, ja ändern müssen. Ihr Vorschlag einer Mediation, also einer Streitschlichtung unter fachkundiger Anleitung, sei nicht aufgegriffen worden. Interimschefin Rank: "Fachlich können wir nichts Negatives sagen, aber zwischenmenschlich muss es eben auch stimmen."

Noch in diesem Jahr steht die konstituierende Sitzung an, ein neuer Vorstand wird dann ernannt.

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