Falkenstein im Vogtland als Vorreiter

Nach Bund und Freistaat setzt auch Falkenstein ein Zeichen: 30.000 Euro stellt die Stadt für ihr Hilfsprogramm bereit.

Falkenstein.

Für ihren Vorstoß, Kleinstbetriebe in der Corona-Krise zu unterstützen, hat die Stadt Falkenstein in den sozialen Netzwerken viel Zuspruch geerntet. Am Donnerstag hatte der Stadtrat das Soforthilfe-Programm samt Förderrichtlinie in einer Sondersitzung einstimmig beschlossen, am Freitag war das Hilfsprogramm veröffentlicht worden.

"Übers Wochenende wurde unsere Richtlinie im Netz -zig Mal angeklickt und hunderte Anträge runtergeladen", sagte Bürgermeister Marco Siegemund (CDU) am Montag. Inzwischen lägen im Rathaus 17 Anträge vor. Und die werden zügig bearbeitet, versprach er.

Siegemund hatte den Stadtrat vorige Woche schnell überzeugt, beim Programm zur Unterstützung einheimischer Gewerbetreibender mitzuziehen. "Ich hatte davon gehört, dass Dresden so ein Programm aufgelegt hat und auch Schneeberg etwas Vergleichbares plant. Nach Telefonaten mit den Ratsfraktionen am Montag vergangener Woche hatte die Verwaltung grünes Licht, die Mittel bereitzustellen", schildert Siegemund das unbürokratische Vorgehen bis zur Sondersitzung. Die 30.000 Euro Soforthilfe beschafft die Stadt durch Umschichtungen im Etat. "Ich glaube nicht, dass wir dieses Jahr das Straßenfest ausrichten können. Das dafür eingeplante Geld oder die Summe für eine Werbetafel, die gebaut werden sollte, nehmen wir nun für das Hilfsprogramm", erläutert der Bürgermeister.

Aus dem 30.000-Euro-Budget können maximal 60 Kleinstunternehmer oder Selbstständige einen 500-Euro-Zuschuss erhalten. "Das klingt wenig, ist aber für einen kleinen Betrieb eine echte Hilfe", lobte Frank Lienemann (BfF). Lutz Mothes (Die Linke) sprach von einem "Zeichen der Stadt, dass sie auch in schwerer Zeit zu ihren Gewerbetreibenden steht".

Dem Beispiel Falkensteins könnten diese Woche Neustadt und Grünbach folgen. Beide Gemeinden sind per Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt verbunden und wollen für ihre Soforthilfe-Programme Falkensteins Regelwerk übernehmen.

Anderenorts in der Region macht Falkenstein bislang keine Schule. Auf Nachfrage hieß es aus dem Rathaus Auerbach, es gäbe für so eine kommunale Soforthilfe bislang weder Überlegungen der Verwaltung noch Vorstöße aus Ratsfraktionen. "Vielmehr wird Auerbach kulant auf Anträge zur Stundung der Gewerbesteuer reagieren", erklärte Stadtsprecher Hagen Hartwig die Position der Verwaltung. Zudem unterstütze man begleitend die Programme von Bund und Land. Auch in Rodewisch ist ein kommunales Programm aktuell kein Thema. "Die notwendige Befassung damit durch den Stadtrat ist momentan schwierig", so Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU). Lieber unterstütze man Initiativen des Gewerbevereins.


500 Euro als Soforthilfe

Mit einer finanziellen Soforthilfe für Klein- und Kleinstunternehmen aus Handel, Dienstleistungen und Gastgewerbe will Falkenstein örtliche Betrieben bei der Bewältigung finanzieller Probleme infolge der Corona-Pandemie unterstützen. Die Soforthilfe erfolgt auf Antrag als nicht rückzahlbarer Zuschuss einmalig in Höhe von maximal 500 Euro. Antragsberechtigt sind Klein- und Kleinstbetriebe mit bis zu fünf Beschäftigten mit Hauptsitz oder selbstständiger Niederlassung in Falkenstein. (how)

www.stadt-falkenstein.de


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.