Katzendreck: Massive Geruchsbelastung in Plauen und dem Vogtland

Seit dem Wochenende nehmen Bürger verstärkt Geruch wahr. Es kann zu Übelkeit und Kopfschmerzen kommen.

Plauen.

Stinkt es Ihnen? In Plauen und dem grenznahen Vogtland liegt am Montag der sogenannte Katzendreck-Geruch in der Luft. Die als Umweltamt zuständige Behörde im Landratsamt des Vogtlandkreises hat die Geruchsbelastung ebenfalls registriert, heißt es auf Nachfrage von "Freie Presse". Die Behörde stuft den Geruch mit einer "besonders hohen Intensität" ein, wie es in einer Pressemitteilung heißt. "Die Ursache dafür liegt in den Abgasen der Braunkohle verarbeitenden Industrie im Westteil des böhmischen Beckens", erklärt das Umweltamt. Bei Inversionswetterlagen würden die Geruchsstoffe im Böhmischen Becken angereichert und bei Ost-/Südostwind konzentriert und wehen ins Vogtland.

Derzeit wird ausgewertet, wie weit sich die Meldungen über die Ausdehnung der Geruchsbelastung über die Region erstrecken. "Es gingen verstärkt Meldungen von Bürgern ein", erklärt ein Sprecher des Landratsamtes. "Nicht nur aus Plauen, aber in der Stadt, wo das Problem ja eher selten auftritt, ist es heute ganz schön extrem." In Plauen nimmt die Belastung seit dem Wochenende zu, bestätigt auch die Pressestelle der Stadtverwaltung. Sie verweist Einwohner, die sich wegen der Geruchsbelastung im Bürgerbüro melden, an das zuständige Umweltamt der Kreisbehörde.

Das Umweltamt teilt mit, dass es sich bei den geruchsintensiven Stoffen vorrangig um Mercaptane handelt. Das ist eine unangenehm riechende, alkoholartige chemische Verbindung, bei der der Sauerstoff durch Schwefel ersetzt wird. Dazu gesellt sich Schwefelwasserstoff. "Wenn höhere Konzentrationen dieser Schadstoffe vorliegen oder die Einwirkung einen längeren Zeitraum umfasst, kann es bei empfindlichen Personen unter anderem zu Übelkeit und Kopfschmerzen kommen", lässt das Gesundheitsamt über die Pressestelle mitteilen. Gegebenenfalls könne es für Betroffene erforderlich sein, einen Arzt aufzusuchen.

Betroffene werden gebeten, auch zur Eingrenzung des Geruchsgebietes und der Beschreibung der Intensität, das Auftreten des Katzendreckgeruchs dem Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft unter der Telefonnummer 0351 26125104 zu melden.

Hier geht's zum Meldeportal für Geruchsbelästigungen.

2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Zeitungss
    26.11.2019

    @Erz65: Nein, das Vogtland beteiligt sich schon immer an der Schnüffelaktion, es ist kein Zustand der Neuzeit.

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    Erz65
    26.11.2019

    Jetzt gibt es das wohl auch im Vogtland, was seit Jahrzehnten im Erzgebirge bei Südlichen Wind gibt.
    siehe auch hier: https://www.freiepresse.de/erzgebirge/marienberg/boehmischer-nebel-sorgt-erneut-fuer-kopfschmerzen-im-erzgebirge-artikel10661085#kommentare



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