Müll, Scherben, Schäden: Randalierer wüten auf Campus

Zum zweiten Mal in Folge ist auf dem Schlossberg randaliert worden. Die Rowdys übertrieben es diesmal arg. Was sind die Konsequenzen?

Plauen.

Alles ist neu. Es riecht sogar noch so, wenn Studenten, Dozenten und Besucher das frisch sanierte Gebäude der Staatlichen Studienakademie auf dem Plauener Schlossberg betreten. Auch die Außenanlagen sind ordentlich und sauber - theoretisch. Denn seit einiger Zeit treiben Randalierer ihr Unwesen auf dem Campus. Sie hinterlassen nicht nur Müll, sondern beschädigen offenbar mutwillig. So wie jüngst am Feiertag.

Jürgen Mierendorf traute seinen Augen nicht, als er nach dem Reformationstag das Gelände betrat. "Überall lagen Pizzakartons mit und ohne Inhalt und Döner-Reste. Es waren Scherben verstreut und abgebrochene Flaschenhälse", schildert der Mitarbeiter der Plauener Firma Profi Gebäudereinigung das Bild der Verwüstung. Mierendorf räumte auf und machte sauber. Auch die über und über mit Schokolade bekleisterte Gegensprechanlage am Haupteingang brachte der Reinigungs-Fachmann wieder zum Glänzen. Erst nach und nach habe er gesehen, was noch alles demoliert worden war.

"Weil wir einen Brückentag hatten, haben unsere Studenten das wenigstens nicht mit ansehen müssen", sagt Sandra Bicker. Sie ist Marketingbeauftragte der Berufsakademie mit Sitz am Amtsberg und weiß eines ganz sicher: Von den 380 jungen Leuten, die derzeit an der Berufsakademie ausgebildet werden, hat garantiert niemand etwas mit dem Schlamassel zu tun. Erst recht nicht mit den Dingen, die man beileibe nicht mehr als Dummejungenstreiche bezeichnen könne. So wurde ein Hinweisschild in mehrere Teile gebrochen. Betonvierecke, die als Beetbegrenzungen dienen, versuchte man, herauszureißen. Einer der Bauzäune in der Nähe des Torbogens wurde zudem über eine Brüstung mehrere Meter in die Tiefe gestoßen.

"Was die Randalierer veranstaltet haben, war nicht ungefährlich", so Bicker. Was, wenn die Absperrung aus Metall einen Menschen getroffen hätte? Welche Konsequenzen es gibt, ist momentan noch nicht klar. Wie Bicker sagt, sei Anzeige erstattet worden. Komplett geschlossen werden soll der Zugang zum Campus-Areal nicht. Es ist zum großen Teil öffentlich. "Da würden wir ja auch die Plauener und die vielen Spaziergänger von außerhalb bestrafen", begründet Bicker. Doch die Augen verschließen wollen Mitarbeiter und Studenten auch nicht. Im Gegenteil. Künftig soll noch mehr darauf geachtet werden, wer sich wann auf dem Schlossberg aufhält. Und David Böhme, der erst vor drei Wochen eingestellte BA-Hausmeister, will verstärkt kontrollieren. Auch dass Anwohner mal mit nach dem Rechten schauen, wünscht sich Bicker.

Selbst wenn keine Platzverweise ausgesprochen werden dürften, manchmal sei das im Grunde schon angebracht. Zum Beispiel wenn Gruppen von Jugendlichen ab nachmittags laut vor den Fenstern grölen oder Musik hören, obwohl bis 19 Uhr Lehrbetrieb herrscht.


Kommentar: MehrRespekt

Na klar, es ist in einem gewissen Alter "krass" und "geil" und "cool", seiner oder seinem Angebeteten vorzuführen, wie mutig man ist. Wie man auf Gesetze und Konventionen pfeift. Aber wenn der Respekt vor der Leistung anderer und die Achtung vor fremdem Eigentum flöten gehen, hört der Spaß auf. Noch ist unklar, wer hinter den Taten steckt. Klar ist indes: Es braucht mehr Achtung und Respekt vor dem Geschaffenen.

Das bringen die Vogtländer doch eigentlich ihren Kindern bei: dass man nicht in Blumenbeete tritt, dass man selbst verursachten Müll entsorgt, dass man keine Glasflaschen zerschlägt und auch sonst nichts demoliert und beschmutzt. Voll uncool, wer das nicht von der Pike auf gelernt hat!

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