Museum: Sanierung ist nach 25 Jahren beendet

Mit dem neuen Raum für Sonderausstellungen und dem modernen Innenhof ist nun der letzte Abschnitt der Bauarbeiten in der Einrichtung an der Nobelstraße vollbracht.

Plauen.

Der neue Sonderausstellungsraum im Erdgeschoss des Vogtlandmuseums ist 200 Quadratmeter groß, hell und riecht noch nach Farbe. Kaum zu glauben, dass der Saal bis vor Kurzem bis unter die Decke vollgestopft war mit Schwerlastregalen. Er diente als ein Lager von mehreren. Darin befanden sich vor allem Gemälde und Porzellan, so Museumsdirektor Martin Salesch. Die meisten Exponate seien fein säuberlich in Knisterfolien eingepackt gewesen. Eine Übersicht habe so recht keiner gehabt, sagt Salesch.

Doch das soll nun Vergangenheit sein. Denn mit der lange vorbereiteten Schaffung eines zentralen Depots in der Seminarstraße und damit der Ausgliederung aller sich noch im Haus befindlichen eingelagerten Sammlungsgegenstände kann der repräsentative Raum nun niveauvoll genutzt werden. Nicht nur Sonderschauen sollen an dem Ort gezeigt werden. Auch Veranstaltungen sollen laut Kulturbürgermeister Steffen Zenner (CDU) künftig dort stattfinden. Er hat sich von den Neuerungen in der Kultureinrichtung jetzt selbst ein Bild gemacht. Rückblickend schüttelt er den Kopf: "Wir haben mit der falschen Lagerung aktiv Werte vernichtet", räumt der 2015 vom Stadtrat in sein Amt gewählte Bürgermeister ein.


Etwa 80 Prozent der 120.000 Museums-Exponate werden künftig im neuen Museumsdepot zu finden sein. "Erstmals werden wir dort auch eigene Arbeitsplätze schaffen", sagt Direktor Martin Salesch. Ein neuer Sammlungsleiter und ein Kurator sollen zu diesem Zweck angestellt werden. "Unsere Museumswissenschaftler sollen forschen. Sie können nicht nebenbei organisieren, Bestandslisten schreiben und digitalisieren", bekräftigt auch Bürgermeister Zenner.

Obwohl in den vergangenen rund 25 Jahren ein fast zweistelliger Millionenbetrag in die Museumssanierung floss, schlägt der letzte Bauabschnitt mit nur knapp 10.000 Euro zu Buche. So viel investierte die Stadt Plauen in die Ertüchtigung des Sonderausstellungsraums mit seiner hervorragender Akustik und den für die Öffentlichkeit erstmals zugänglichen Innenhof. Projektleiterin Jana Eichler von der Gebäude- und Anlagenverwaltung der Stadt: "Innen gab es einen neuen Wandanstrich und eine Bodenbeschichtung. Außen wurde Split aufgefüllt." Es sei auch schon daran gedacht worden, ein Lapidarium einzurichten, eine Gesteinssammlung, so Eichler. Aktuell steht ein Kunstwerk des Plauener Bildhauers Hannes Schulze auf dem Areal, das einst der Luther-Friedhof war. Uralte Grabplatten an den Hofmauern zeugen von der früheren Bestimmung.

Uralt, geradezu antik sei auch manches Porzellan in Kisten, das kürzlich noch im Museum lagerte. Damit und mit weiteren Stücken bis in die Zeit der 1920er Jahre könnte theoretisch auch eine Sonderausstellung gestaltet werden.

Aber zunächst sind ab 21. September Arbeiten der diesjährigen e.o.plauen-Förderpreisträgerin Lina Ehrentraut im Vogtlandmuseum zu sehen. Einen Tag zuvor werden für die Preisverleihung 70 Stühle und ein Rednerpult in den Saal geschafft.

Im Rahmen der Weihnachtsschau, die im ganzen Haus gezeigt wird, soll im Sonderaustellungsraum eine Gartenbahn ihre Runden drehen, kündigte Salesch an.

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