Plusbus besteht den Kunden-Check

Beim Verkehrstag haben Nutzer Fahrzeuge getestet und Infos gesammelt. Das Vogtlandnetz 2019+ steht in den Startlöchern.

Plauen.

Der Plusbus geht im Vogtlandkreis am 13. Oktober an den Start. Am Mittwochnachmittag absolvierten Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs bereits ein Probesitzen und informierten sich. Beim Verkehrstag im und am Plauener Landratsamt gab es Vorträge, Infostände und Flyer. Vor dem Eingang standen Busse der künftigen Fahrzeugflotte, die unter dem Namen "Vogtlandnetz 2019+" den Nahverkehr in der Region auf ein neues Niveau heben soll. Darunter war auch ein Exemplar des Plusbusses, der das neue Flaggschiff sein soll. Manche Interessenten zeigten sich allerdings irritiert, dass der Verkehrstag und eine Wahlkampfveranstaltung der AfD eng aufeinander hockten und keine klare Trennung erkennbar war.

Bei Busfahrer Hilmar Bongs und seinen Kollegen herrschte reger Andrang. Insbesondere Senioren wollten wissen, wie es für gehbehinderte Nutzer funktioniert. Hilmar Bongs, der vor 31 Jahren beim VEB Kraftverkehr Plauen anfing und heute beim Nachfolger, dem Plauener Omnibusbetrieb, arbeitet, gab bereitwillig Auskünfte. Sein Setra-Niederflurbus hat eine 300-PS-Maschine und ist mit 43 Sitzplätzen, separatem Rollstuhl-Platz, Klimaanlage und im Sommer mit einem Fahrrad-Träger am Heck unterwegs.


Auch Kerstin Büttner, Pressesprecherin des Verkehrsverbundes Vogtland (VVV), stellte sich den Fragen. "Hier brauche ich doch eine Fußbank, um hereinzukommen", sagte eine Seniorin etwas ratlos. Kerstin Büttner klappte die Rampe des Niederflurbusses heraus , und strahlend bestieg die 78-Jährige den Bus. "Dann kann ich ja wieder nach Bad Elster fahren", sagte die Plauenerin und schaute sich im Bus um.

Im Saal des Landratsamtes warb VVV-Geschäftsführer Sebastian Eßbach für den künftigen Nahverkehr. Neben dem Plusbus, der stündlich lange Strecken wie Falkenstein-Reichenbach oder Plauen-Schöneck bedient, ist der zweistündig verkehrende Taktbus "der kleine Bruder". In Abstufung sind Stadtbus, Bürgerbus und Rufbus in einer neuartigen Verzahnung unterwegs. Eßbach sprach von jährlich 5,6 Millionen Kilometer Fahrleistung, weitere 1,7 Millionen entfallen auf den Rufbus. 125 Busse sollen im Einsatz sein.

Im Vorfeld des Verkehrstages hatten die Verantwortlichen bei einem Pressegespräch betont, dass Linien und Busse nicht direkt verändert oder gestrichen werden, sollten Bürger sie nicht gleich gut annehmen. "Es ist ein völlig neues System. Wir wollen und müssen den Bürgern die Zeit geben, es auszuprobieren", sagte Landrat Rolf Keil (CDU). Flächenmäßige Erweiterung und bessere Taktung des Systems waren Vorgaben, um Millionen-Zuschüsse zu erhalten. Ziel ist aber auch eine Erhöhung der Fahrgastzahlen, um den nötigen Eigenanteil zu erwirtschaften. Über Zähler will der VVV künftig auch aussteigende Personen erfassen, um Informationen über die Auslastung von Linien zu erhalten. Bislang hatte der VVV nur Infos zum Zustieg.

Fragen zum Vogtlandnetz 2019+ an das VVV-Servicetelefon: 03744 19449. Auch die Fahrplanauskunft informiert zu Verbindungen ab 13. Oktober:

vogtlandauskunft.de

 

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