Sogar Feuerwehr-Handys vor Dieben nicht sicher

Wenn's brennt, lauern Langfinger. Kein Wunder, dass Plauens Feuerwehrmänner Alarm schlagen, weil immer mehr ihrer Utensilien verschwinden. Geklaut wird, was nicht niet- und nagelfest ist.

Plauen.

Mal sind es Putzlappen, mal Verkehrsleitkegel, mal ist es sogar eine Spreizschere: Diebe schrecken vor benötigten Materialien der Feuerwehr auch in der Region nicht zurück. "Es werden auch immer wieder Diensthandys aus den beim Einsatz unverschlossenen Fahrzeugen geklaut", sagt Jörg Pöcker.

Der Chef aller Plauener Berufsfeuerwehrmänner und seine Kameraden haben schon selbst erlebt, dass Vieles gestohlen wird, was nicht niet- und nagelfest ist. "Wir haben bereits eine Kettensäge, einen Laptop und ein Handy eingebüßt", zählt Pöcker auf. "Das ist schäbig", sagt er. Sogar bei öffentlichen Führungen in der Feuerwache an der Poeppigstraße seien Langfinger aktiv gewesen.


Ebenso an der Tagesordnung sind Einbrüche in Feuerwehrgerätehäuser im ländlichen Raum. Weil dieses Problem aus Pöckers Sicht im Vogtlandkreis zunimmt, hat er Rücksprache mit Kreisbrandmeister Gerd Pürzel gehalten. Der bestätigte die steigende Zahl von Straftaten. Auffällig sei, dass sich Gauner besonders in der Nähe zur tschechischen Grenze zu schaffen machen.

Davon kann Gerald Meixner, Ortswehrleiter von Bösenbrunn im oberen Vogtland, ein Lied singen. Zwei Mal schon gingen Diebe dort mit richtig fetter Beute heim. "Beim ersten Einbruch wurde eine komplette Ausrüstung gestohlen, vom Helm bis zu den Stiefeln", berichtet Meixner, der den Wert auf mehrere hundert Euro schätzt. Auch um ein Funkgerät, eine Kettensäge sowie Benzinkanister sind die Floriansjünger ärmer. Als "Sauerei" bezeichnet er die Diebstähle. Schließlich seien die Retter in Notfällen auf die Hilfsmittel angewiesen.

Die Bösenbrunner löschen im benachbarten Burgsteingebiet mit. Dort wiederum kommt wenig weg. Matthias Roth, erster Feuerwehrmann in Kürbitz, hat von den Vorfällen gehört. "Bei uns ist aber zum Glück noch nichts passiert", sagt er. Auch die Rosenbacher seien bisher verschont worden, so Wehrleiter Jochen Sennewald aus Syrau. Allerdings habe er sich in Fachblättern zu dem gehäuft auftretenden Problem informiert. Er glaubt: "Die Hemmschwelle ist gefallen."

Von Kollegen aus dem Umland weiß der Plauener Pöcker, dass einige Wehren dazu übergehen, ihr teils wertintensives Eigentum hinter Gittern zu sichern. Anregung dazu gab's zum Beispiel von der Arbeitsgruppe Berufsfeuerwehr des Sächsischen Städtetages.

Auch die Bösenbrunner würden nach dem letzten "Bruch" im Sommer vergangenen Jahres Gegenmaßnahmen ergreifen. Wie Feuerwehr-Chef Meixsner sagt, versuche man, sich außer mit Gittern vor den Fenstern auch mit mehr Beleuchtung und einer Alarmanlage vor kriminellen Übergriffen zu schützen.

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