Straßenbahn rollt beim Festumzug mit

Die Plauener Straßenbahn blickt auf eine 125-jährige Geschichte zurück. Das Jubiläum verspricht mehrere Höhepunkte bis in den Herbst hinein.

Plauen.

Wenn am Sonntag, 23. Juni, ab 14 Uhr im großen Festumzug zum 60. Spitzenfest die Plauener Straßenbahn ihre historischen Fahrzeuge durch die Innenstadt rollen lässt, dann werden besonders bei älteren Einwohnern Erinnerungen wach. Denn zumindest im Gotha-Wagen mit Anhänger aus DDR-Produktion dürften die meisten Plauener ab den 1950er Jahren und im KT4D aus der damaligen CSSR ab 1976 gefahren sein.

Ältere Jahrgänge haben vielleicht auch noch die "21" (Baujahr 1905) und die "51" (Baujahr 1928) aus dem Hause MAN Nürnberg bis 1965 und bis 1975 im Linienverkehr erlebt. Natürlich ist das wichtigste Triebfahrzeug Plauens ebenfalls auf den Schienen - die Bier-Elektrische. Der Gotha-Wagen entstand 1966 und stand bis 1988 im Dienst. "Wir sind aber insgesamt mit sechs Straßenbahnen vertreten", kündigte die Straßenbahnchefin für den 23. Juni an. Nicht fehlen soll der neue Niederflurgelenktriebwagen aus dem Jahr 2013.


Die Plauener Straßenbahn blickt in diesem Jahr auf eine 125-jährige Geschichte zurück. Karsten Treiber widmet sich dem Jubiläum in einer nagelneuen Broschüre. "Es sind auch Fotos enthalten, die bisher noch nie veröffentlicht worden sind", lässt der Plauener wissen. Der Verkauf der Publikation läuft dementsprechend gut. In wenigen Wochen gingen von den 500 gedruckten Exemplaren bereits 200 über die Ladentische. Ein Auszug der Historie ist in der gerade erst erschienenen Sommerausgabe des Magazins "Vischelant" des Verkehrsverbundes Vogtland zu finden, das im Rathaus ausliegt.

Der Verbund feiert dieses Jahr ebenfalls. "Wir feiern 25 Jahre Zweckverband, aber auch 20 Jahre Verbundtarif", erinnerte am Freitag bei einer Präsentation Geschäftsführer Sebastian Eßbach. Das älteste Unternehmen im Verbund sei freilich die Plauener Straßenbahn. "Die ist schon vor 125 Jahren mit E-Mobilität gefahren", machte Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) am Freitag klar. Der Betrieb besaß ab 1894 eine Kraftstation an der Erholungsstraße (Theaterstraße). Dort befand sich auch die erste Wagenhalle. Erst 1902 ging es an die Talbahnstraße, die mittlerweile nicht mehr existiert. Die befand sich im Bereich des heutigen Betriebshofes an der Wiesenstraße. Dort wird das 125-Jährige am 7. September von 10 bis 17 Uhr mit einem Tag der offenen Tür weiter gefeiert. "Wir werden auch Raritäten versteigern", kündigte Straßenbahn-Geschäftsführerin Barbara Zeuner an. Welche seltenen Stücke das sind, darüber wollte sie aber nicht allzu viel verraten. Es handele sich jedoch unter anderem auch um historische Utensilien, wie etwa Beamten-Marken für Straßenbahner. Weiterhin finden Betriebsführungen und Dia-Vorträge zur Historie und vieles Weitere statt. Pendelverkehr vom Oberen Bahnhof über den Tunnel zum Betriebshof bringt die Besucher schnell zum Festgelände und wieder zurück ins Zentrum.

Für November hat die Geschäftsführerin noch eine Rundfahrt in einer eigens für das Jubiläum mit dem Schriftzug "125 Jahre Straßenbahn Plauen" versehenen KT4D angekündigt. Für die Rundfahrt in der mit Originalfarben aus DDR-Zeiten lackierten Tram müssen vorher aber Fahrscheine gekauft werden. Näheres wird noch bekannt gegeben.

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