Theumaer setzen Hingucker in Hauptstadt

Auf der eben eröffneten Internationalen Gartenausstellung in Berlin ist auch das Vogtland vertreten. Das kommt nicht von ungefähr.

Theuma.

Ein Wasserfall, der aus fünf Meter Höhe wuchtig über eine Bruchsteinmauer aus Theumaer Fruchtschiefer nach unten fließt, steht am Ende der spektakulär inszenierten Wassergärten "Promenade Aquatica", die Bestandteil der Internationalen Gartenausstellung (Iga) in Berlin sind. Doch nicht nur in dem 20 x 20 Meter großem Abteil mit dem Wasserfall wurde der Naturstein aus dem Vogtland großflächig verbaut: Insgesamt lieferte das Unternehmen rund 1000 Tonnen für die Gartenausstellung, was rund 40 Lastzügen entspricht.

Andreas Luckner, der für die Gartenschau zuständige Projektleiter aus dem Natursteinwerk Theuma, erklärt, wo das Material überall zum Einsatz kam: Neben der Bruchsteinmauerwerk-Verkleidung in dem Kubus mit dem Wasserfall und in Quelltöpfen sind Theumaer Schiefer auch als Bodenplatten, flächige Schüttungen und Spaltfelsen in den Wassergärten zu entdecken. Oder als findlingsähnliche Schieferblöcke mit Einzelgewicht bis zu sieben Tonnen und Sitzgelegenheit auf dem Gelände. Und als Trockenmauer an einem Hang der Terrassengärten am Kienberg, die nach Ende der Iga erhalten bleiben. In einem weiteren Abschnitt wurden Gabionen am Weg zum sogenannten Marzahner Ausguck mit Trockenmauerwerk aus Naturschiefer gefüllt.

In der Fachwelt haben die Inszenierungen des Natursteins bereits für Aufmerksamkeit gesorgt. Die im deutschsprachigen Raum erscheinende Fachzeitschrift "Stein" wertet in ihrer aktuellen Ausgabe: "Mit ihrer Vielzahl an neuen gestalterisch ambitionierten Bauten ... ist die Iga nicht nur Gartenschau, sondern auch Bauausstellung." Autor Boris Frohberg gerät zu den Wassergärten dabei regelrecht ins Schwärmen. Er schreibt: "Die Wandverkleidungen leben von der breiten Farbpalette im Fruchtschiefer, von hellgrauen über anthrazitfarbene, schwarzgraue zu ocker-goldbraunen Färbungen und kristallinen Einschlüssen oder Äderungen. Diese Braunfarbtöne korrespondieren farblich mit den Abdeckungen der Quelltöpfe aus voroxidiertem Cortenstahl... Alle größeren Blöcke, freistehend oder im Wasser liegend, sind bereits durch die Planer im Bruch ausgewählt worden und bleiben als zufällige Kunstwerke aus dem Steinbruch sichtbar."

Projektleiter Luckner weiß, wie es zu der Verbindung nach Berlin und dem Auftrag kam: Den Zuschlag für die Iga-Gestaltung erhielt nach einem Wettbewerb das Büro Geskes + Hack Landschaftsarchitekten. Die Planer hatten auch die sächsische Landesgartenschau 2009 in Reichenbach gestaltet (heute Park der Generationen) und dabei ebenfalls den einheimischen Fruchtschiefer eingesetzt. Luckner: "Der Berliner Auftrag hatte jetzt natürlich ganz andere Dimensionen." Eine Internationale Gartenausstellung findet in Deutschland nur alle zehn Jahre statt.

Luckner freut sich, dass der Kontakt zu den renommierten Landschaftsplanern seit der Gartenschau in Reichenbach nie abgerissen ist: "Sie haben unser Material kennen und schätzen gelernt." Bereits vor vier Jahren wurden die ersten Gespräche über den Einsatz in Berlin geführt, Mitte 2015 begannen die Materiallieferungen. Die Iga sei für das Natursteinwerk eine gute Gelegenheit, bei noch mehr Gestaltern, Architekten und Planern bekannt zu werden, sagt Luckner. Das Natursteinwerk mit seinen etwa 80 Mitarbeitern liefert europaweit Schieferprodukte für den Objekt-, Garten- und Landschaftsbau. Zu den jüngsten Referenzen zählen ein Hotelbau in Zürich, Bodenplatten im Dresdener Residenzschloss und der Hamburger S-Bahnhof Bergedorf.

Die iga berlin ist bis 15. Oktober täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Die Kassen an den Haupteingängen "Gärten der Welt" am Blumberger Damm und "Kienbergpark" an der Hellersdorfer Straße schließen 19 Uhr. Tageskarten kosten 20 Euro, ermäßigt 18 Euro. Tickets und Informationen im Internet unter

iga-berlin-2017.de

 

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