Vogtländer entwickeln Corona-Software

Mit der Ankündigung von kostenlosen Tests ab März gewinnt das Thema an Dynamik. Doch wer behält in der Datenflut den Überblick? Ein im Vogtland entwickeltes System schafft genau das. Es ist ab sofort einsatzbereit.

Plauen/Oelsnitz.

Testen gegen den Lockdown: Mit der Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Corona-Schnelltests ab März kostenlos anbieten zu wollen, nimmt das Thema Testungen gerade mächtig an Fahrt auf. Als Baustein gegen die Krise dürfte damit auch die Anzahl der Tests sprunghaft steigen. Sie sollen dabei nicht nur in ausgewiesenen Testzentren möglich sein, sondern beispielsweise auch bei Hausärzten, fordern Politiker. Der Negativtest als Eintrittsticket ins gesellschaftliche Leben - auch darüber wird schon diskutiert.

Doch für alles braucht es ein verlässliches Datensystem im Hintergrund. Und da schlägt die Stunde einer im Vogtland entwickelten Software. Seit Jahresbeginn haben Entwickler der Oelsnitzer Firma Simba n3 an einem sogenannten Schnelltesttool getüftelt. Ziel: ein schnelles, einfaches und rechtssicheres System schaffen, das zwischen Testzentrum, Gesundheitsamt und Abrechnungspartnern Daten automatisch übermittelt. Der Rettungszweckverband Südwestsachsen als Betreiber von Testzentren und der Vogtlandkreis saßen dabei mit im Boot - und melden jetzt Vollzug. Seit 1. Februar wird die Software eingesetzt. "Und es läuft hervorragend", freuen sich Jens Leistner, der den Rettungszweckverband führt, und Matthes Nagel, Geschäftsführer von Simba n3. Die Software wird in den vogtländischen Testzentren des Rettungszweckverbandes genutzt und soll zeitnah auch in den 200 zertifizierten Teststellen im Vogtland zum Einsatz kommen. "Auch die Landratsämter in Zwickau und dem Erzgebirge haben bereits Interesse bekundet", sagt Jens Leistner.

Die Software löst auf einen Schlag mehrere Probleme und Herausforderungen der Testzentren. Wichtigster Punkt: Ein positiver Coronatest wird automatisch ans Gesundheitsamt übertragen. Bislang erfolgte diese Datenübermittlung via Excel-Tabelle, per Webformular oder noch per Fax, berichtet Jens Leistner. "Mit der Software gelingt es uns, diese Datenflut geordnet zu übertragen." Gerade im Vogtland war bei diesem Thema rund um den Jahreswechsel mächtig Sand im Getriebe. "Seitdem haben alle verstanden, wie wichtig in dieser Krise Daten sind", sagt Simba n3-Geschäftsführer Matthes Nagel. Aber nicht nur mit dem Gesundheitsamt muss kommuniziert werden. Auch die Wirtschaftsförderung im Landratsamt benötigt Daten, um die Tests für Pendler abzurechnen. Auch das leistet die Software, ohne das dem Datenschutz unterliegende Testergebnis dorthin zu übermitteln. Wichtig für zu Testende: Der Vorgang geht schnell - Chipkarte einlesen genügt. Ist das Testergebnis negativ, spuckt die Software automatisch ein Testprotokoll mit allen Daten aus. Das System läuft auch auf mobilen Geräten, kann daher überall zum Einsatz kommen.

Die Testzentren können mit dem Programm deutlich leistungsfähiger arbeiten. Jens Leistner vom Rettungszweckverband: "Mit der Software schaffen wir dreimal so viele Tests in der gleichen Zeit. Aus meiner Sicht ist es ein großer Mehrwert."

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