Von Brasilien bis Sibirien: Stahlbauer weltweit gefragt

Die Stahlbau Weischlitz-Rosenberg GmbH besteht seit 25 Jahren. Die Liste der Projekte, die das Unternehmen in dieser Zeit gestemmt hat, ist eindrucksvoll.

Weischlitz.

An der Wand im Konferenzraum hängt eine beeindruckende Liste. Auf ihr reihen sich 100 Projekte aneinander, welche die 55 Stahlbauer weltweit realisiert haben - vom Standort in der Taltitzer Straße aus. Mit dem sibirischen Nowosibirsk startet der Überblick im Jahr 1994 und endet 2011 mit Linköping, einer Universitätsstadt in Schweden. "Es müsste endlich mal jemand die Liste weiterführen", regt Volker Pippig (50) an. Der Plauener ist der geschäftsführende Gesellschafter der Stahlbau Weischlitz-Rosenberg GmbH. Wem diese Aufgabe zukommt, der hat noch viel aufzuschreiben.

Die Stahlbauer agieren von jeher international. Momentan ist ein Kollege im Auftrag der Weischlitzer auf Kuba unterwegs. Aber auch in Deutschland gibt es für den Betrieb viel zu tun. "Gerade wird in Neuburg an der Donau ein Kran aufgestellt. Nächsten Monat soll dort die Montage eines Gemengehauses für ein Glaswerk entstehen", führt Prokurist Alexander Pippig an. Der 44-jährige Bauingenieur ist Prokurist der Firma. Er und sein Bruder Volker führen kontinuierlich fort, was Vater Reinhard einst auf der Plauener Seumestraße begonnen hat. Und zwar in der damaligen Karl Wehner GmbH.


So nannten sich die Stahlbauer auch noch, als 1994 der Neubau auf dem heutigen Gelände nahe der Autobahn 72 stand. "Das war hier das frühere Trockenwerk, in dem Pellets für Tierfutter hergestellt wurden - eine richtige Industriebrache", erinnert sich Schweißtechniker und Wirtschaftswissenschaftler Volker Pippig. Die Produktion habe in Weischlitz mit weniger als einem Viertel der Belegschaft begonnen. Als junges, unkompliziertes Team bezeichnen Pippigs ihre Mannschaft und gehen mit gutem Beispiel voran: Sie radeln zur Arbeit und pfeifen auf den Dresscode - bei Hitze tragen sie kurze Hosen.

Der Fachkräftemangel geht auch an den Stahlbauern nicht spurlos vorüber. Die Fluktuation ist aber vergleichsweise gering. Sie würden gern Lehrlinge ausbilden, sagen die Firmen-Chefs, doch adäquate Bewerber fänden sich nicht. Immerhin, auf ihre Mitarbeiter könnten sie sich verlassen. "Wir sind keine 08/15-Stahlbauer", lacht Alex Pippig. Mit der Seestern-Panorama-Bühne in Zeulenroda zum Beispiel hat das Brüder-Tandem vor zwei Jahren den Beweis für die Aussage geliefert. Als auf dem Open-Air-Gelände bei einem Unwetter viel zerstört wurde, hielten die innovativen gekrümmten Bühnen-Rohre stand.

15 Lkw-Ladungen mit 250 Tonnen Stahl werden momentan ins Bayerische Neuburg geliefert, wo demnächst auch mithilfe der Weischlitzer Glaswolle entstehen soll - aus Sand, Scherben, Kalkstein, Soda und dem Mineral Dolomit. "Von der Projektidee bis zur Übergabe bekommen die Kunden bei uns alles aus einer Hand", so Volker Pippig. Dabei ist es fast egal, ob der Auftraggeber in Brasilien sitzt (wie 2013 und 2015), in Würzburg (Sanierung Werntalbrücke) oder in Weischlitz. Für die dort ansässige Firma IAMT realisieren die Stahlbauer eine neue Halle mit Sozialtrakt. Im Oktober soll das 3,6-Millionen-Vorhaben fertig sein. Die Stahlbauer sind Generalunternehmer.

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