Vorschlag: Rufbus soll Anrufsammeltaxi ersetzen

Wer in Neundorf kein Auto besitzt und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, hat es schwer. Eine jetzt vom Ortschaftsrat angedachte Lösung des Problems wird eher kritisch gesehen.

Neundorf.

Nach der massiven Kritik von Bürgern am Wegfall von Busanschlüssen ins Plauener Stadtgebiet und an der Unzuverlässigkeit des Anrufsammeltaxis strebt der Neundorfer Ortschaftsrat jetzt eine andere Lösung an: Der Rufbus des Verkehrsverbundes Vogtland soll das Anrufsammeltaxi ersetzen. Der Bus funktioniert allerdings nach dem gleichen Muster. Es muss vorher angerufen werden. Sonst fährt nichts.

"Der Rufbus ist billiger und zuverlässiger"; erklärte Ortsvorsteher Uwe Trillitzsch dazu in der Ortschaftsratssitzung am Dienstag. Fahrgäste müssen dafür weniger zahlen. Beim Anrufsammeltaxi kommt zur Fahrkarte jeweils ein Komfortzuschlag von 1,20 Euro dazu. Vom Sammeltaxi berichteten Bürger in den vergangenen Monaten auch immer wieder, dass darauf kein Verlass sei, dass Wagen zu spät oder gar nicht gekommen seien - trotz rechtzeitig angemeldeten Fahrtwunsches.

Musste das Taxi spätestens eine halbe Stunde vor der im Fahrplan angegebenen Abfahrtszeit bestellt werden, so sind das beim Rufbus zwei Stunden. Wer also frühmorgens um 7.43 Uhr mit dem von Kornbach kommenden Rufbus vom Dorfplatz zum knapp einen Kilometer entfernten Rosa-Luxemburg-Platz möchte, müsste einen Tag vorher die Zentrale in Auerbach verständigen. Denn die arbeitet erst ab 7 Uhr früh. Die Linie 45 verkehrt dann weiter über Heineplatz und Leuchtsmühlenweg in die Possig - nicht in die Stadt. Am Rosa-Luxemburg-Platz bestünde aber Anschluss an die Straßenbahn.

Die Rufbuslinie 45 verläuft auch jetzt schon durch Neundorf. Allerdings darf am Mittelweg, am Dorfplatz und am Eichhübel nicht eingestiegen werden, wenn man zum Rosa-Luxemburg-Platz möchte, und es darf in der anderen Richtung dort nicht ausgestiegen werden. Denn: "Das Anrufsammeltaxi und der Rufbus dürfen sich keine Konkurrenz machen"; zitierte der Ortschef die Verantwortlichen.

Deshalb hält er den Ersatz des Anrufsammeltaxis durch den anzurufenden Bus für eine gute Lösung. Sie sei mit der Stadt bereits besprochen worden. Unterschiedliche Auffassungen gibt es dabei aber noch über den Zeitpunkt. Die Verwaltung halte die Änderung erst ab Ende des Jahres für machbar, Ortsvorsteher Uwe Trillitzsch will das schon im Frühjahr. Die bei der Sitzung anwesenden Bürger waren über die vorgestellten Pläne nicht erfreut und stellten erneut die Frage, warum es nicht möglich ist, am Vormittag einen normalen Linienbus zum Oberen Bahnhof fahren zu lassen.

Auch Ortschaftsrat Andreas Oberst übte Kritik und stellte einen Vergleich mit Jößnitz an. Dahin fahre stündlich ein Bus auch ohne Telefonat, und zudem stünde dort noch der Bahnanschluss zur Verfügung. Einwohner kommentierten das mit der Bemerkung, Neundorf werde abgehängt.

Die Ortsteilvertreter versprachen, an der Sache dranzubleiben und sich für eine bessere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr einzusetzen.

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