Lichtensteiner will Familien in Not helfen

Die Coronakrise trifft manche härter als andere. Ein Verein und ein Familienvater wollen Abhilfe schaffen.

Lichtenstein.

Früher war es nicht so einfach, eine Spendenaktion zu organisieren. Heute geht vieles leichter - dank Crowdfunding im Internet. Auf diesem Wege will nun auch Peter Dietrich aus Lichtenstein Geld für Familien sammeln, die durch die Auswirkungen der Coronakrise in finanzielle Nöte geraten.

Der verheiratete Vater weiß, dass die Krise manche Familien härter trifft als andere. Er selber darf seit Montag wieder zur Arbeit ins VW-Werk nach Mosel - und gehört somit zu den Glücklicheren.

"Es geht nicht allen schlecht. Einige haben finanzielle Polster, andere bekommen die Elternbeiträge der Kitas und Horteinrichtungen erstattet", schreibt Dietrich auf der Crowdfunding-Plattform 99 Funken, wo er die Aktion "Füreinander-Miteinander" ins Leben gerufen hat. Seine Frage ist Appell zugleich: Warum die gesparten Beträge nicht an Familien geben, denen es finanziell schlechter geht? Auch in Lichtenstein hatte die Verwaltung angekündigt, Hort-und Kita-Beiträge für April nicht einzuziehen.

Die Spende gesparter Kitabeiträge sei nur ein Beispiel, so Dietrich. Natürlich dürfe auch darüber hinaus gegeben werden. Als mögliche Empfänger nennt der Organisator: Die Familie, die keine Rücklagen für den gemeinsamen Urlaub im Sommer hat oder die alleinerziehende Mutter, deren Einkommen durch Kurzarbeit immer kleiner wird.

Die Plattform 99 Funken gehört zur Sparkasse Chemnitz. Sie ist gedacht für Crowdfunding-Projekte, die sich vor allem auf die Region beziehen. Wie auch bei anderen Plattformen dieser Art muss auch hier bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Mindestmenge an Geld zusammenkommen. Im Falle von "Miteinander-Füreinander" sind dies 500 Euro. Doch der Wahl-Lichtensteiner kann optimistisch sein. Denn bereits am Donnerstagabend betrug der Kontostand 410 Euro. Und die Aktion geht noch bis Ende Mai. Das Spendenziel: 5000 Euro.

Bis dahin sind noch einige wichtige Fragen klären. Wie etwa soll das Geld zu den Familien gelangen, die es wirklich benötigen? Welche sind die Auswahlkriterien? Wie viel Geld gibt es? Und wie soll das alles möglichst unbürokratisch gestaltet werden? Dabei hat Peter Dietrich Hilfe. Denn die Aktion hat er nicht alleine, sondern zusammen mit dem Verein Lebenshaus in Lichtenstein gestemmt, der sich ebenfalls für Familien, Kinder und Jugendliche einsetzt. "Mit den Kriterien werden wir uns bis Ende Mai beschäftigen", sagt dessen Geschäftsführerin Silvia Groß. Für den Verein ist es das erste Crowdfunding-Projekt. "Wenn es gut läuft, werden wir so etwas künftig häufiger machen."

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