153 Schusswaffen landen bei Polizei und Landratsamt

In keinem sächsischen Landkreis wurden so viele Gewehre und Pistolen freiwillig abgegeben wie in Zwickau.

Zwickau.

Im Landkreis Zwickau sind von Anfang Januar 2018 bis Ende September 2019 insgesamt 153Schusswaffen von ihren Besitzern freiwillig abgegeben worden. Das geht aus Antworten auf Anfragen der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz sowie des ehemaligen Abgeordneten Enrico Stange (beide Die Linke) hervor.

Abgeliefert wurden die Waffen bei der Waffenbehörde der Landkreisverwaltung und der Polizeidirektion Zwickau. Die ehemaligen Besitzer gaben aus verschiedenen Gründen ihren Waffenschein zurück, oder sie trennten sich von den Waffen, weil sie diese nicht mehr benötigten oder weil sie defekt waren. Abgegeben wurden aber auch Waffen, die ab dem 18. Lebensjahr ohne spezielle Erlaubnis erworben werden dürfen. Darunter fallen unter anderem Schreckschusspistolen und Druckluftgewehre. Hauptsächlich wurden Gewehre aller Art und Pistolen abgeliefert.

Nicht in der Statistik enthalten sind Hieb- und Stichwaffen, die ebenfalls bei den Behörden landeten. Mit den abgelieferten Schusswaffen ist der Landkreis Zwickau Spitzenreiter bei den Flächenlandkreisen. Noch mehr Waffen wurden lediglich in den kreisfreien Städten abgegeben. Dabei tauchten im Landkreis auch 18 illegale Schusswaffen auf. Bei diesen wurde zunächst geprüft, ob sie für Straftaten verwendet wurden. Wie Polizeisprecher Christian Schünemann sagte, war das jedoch bei keiner der abgegebenen Waffen der Fall. Nach der Kontrolle wurden die Waffen an die Waffenbehörde im Landratsamt übergeben, die sich um die sichere Vernichtung kümmert.

In dem betrachteten Zeitraum wurden zudem 14.023 Schuss Munition abgegeben. Dabei stammte rund ein Drittel aus illegalem Besitz. Eine der abgegebenen Waffen war ein Fundstück. Sie war wahrscheinlich in der Nachkriegszeit versteckt und danach vergessen worden.

Schusswaffen können auch weiterhin bei der Waffenbehörde oder der Polizei abgegeben werden. Wer jetzt allerdings dort mit einer Waffe erscheint, für die er keine Genehmigung vorweisen kann, muss mit einem Ermittlungsverfahren wegen illegalen Waffenbesitzes rechnen, da eine entsprechende Amnestie Ende Juni 2018 ausgelaufen war. Unter dem Eindruck des Amoklaufs von Winnenden hatte es schon 2009 erstmals eine derartige Aktion zur straffreien Abgabe illegaler Waffen gegeben.

Derzeit sind im Landkreis Zwickau knapp 11.700 Schusswaffen offiziell registriert.

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