Abenteuer im Spielzeugland begeistern

Das musikalische Weihnachtsmärchen bringt die in den USA sehr populäre Geschichte zum ersten Mal nach Deutschland.

Zwickau.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr wir Großen manchmal die Kleinen unterschätzen, indem wir uns fragen, ob sie verstehen, was sie sehen. Beispielsweise beim Besuch des musikalischen Weihnachtsmärchens "Abenteuer im Spielzeugland", das das Theater Plauen-Zwickau in diesem Jahr als erste deutsche Uraufführung auf die Bühne des Konzert- und Ballhauses "Neue Welt" gebracht hat. Operndirektor Jürgen Pöckel inszenierte die in den USA populäre Operette "Babes in Toyland" von Glen MacDonough und Victor Herbert aus dem Jahr 1903.

Zusammen mit dem Theaterdramaturgen André Meyer hat er die bereits mehrmals verfilmte Vorlage übersetzt und schrieb die Spielfassung für Kinder ab fünf Jahren. Umgesetzt hat er sie mit großem Besteck - mit Orchester, Chor und Solisten des klassischen Gesangs. Auch beim Bühnenbild und der Ausstattung von Andrea Eisensee wurde geklotzt und nicht gekleckert. Ein Hingucker ist auch das überdimensionale Spinnennetz mit der riesigen schwarzen Spinne, die in unmittelbarer Nähe zur Bühne über dem ersten Rang ihre langen Beine hängen lässt - fast bis zu den darunter sitzenden Orchestermusikern, die während der Vorstellung direkt vor den Augen des Publikums ihre Instrumente spielen. Zu hören und zu bestaunen gibt es verschiedenste Schlag-, Blas- und Zupfinstrumente - von der kleinen Geige bis zur großen Harfe.

Faszinierend zu beobachten ist es, wie bereits die Kleinsten auch die rein instrumentale Musik auf sich wirken lassen und dabei erfahren, mit welchen Instrumenten Stimmungen erzeugt werden - fröhlich über dramatisch bis bedrohlich. Wider Erwarten wissen die Kinder ganz intuitiv, dass zwischen den Gesangspartien applaudiert wird. Sie lachen über Lustiges - wie die süßen Schafe und die gefräßige Raupe - und über Albernes, das die beiden Schurken nebst Bösewicht Barnaby veranstalten. Sie fiebern aber auch mit den jungen Liebenden Mary und Alan mit und sind fasziniert vom gefährlichen Spinnenwald und vom wunderbar bunten Spielzeugland, in das die beiden flüchten. Wegen dem bösen Barnaby. Der reichste Mann im Dorf ist Alans Onkel und will dessen Verlobte, die Schäferin Mary, selbst heiraten. Und er ist ihnen dicht auf den Fersen. Doch Hilfe naht - von der zauberhaften Schmetterlingsfee und von dem sagenumwobenen Spielzeugmacher, der gleichzeitig auch der Weihnachtmann ist.

Am Ende wird ganz beschwingt im Walzer-Takt geklatscht. Die Lehrerin Teresa Reißmann, die mit ihren Kolleginnen und zwölf Klassen der Stützengrüner Grundschule die Vorstellung angesehen hatte, sagte schmunzelnd: "Die Kinder sind ganz begeistert, und aber auch ein wenig enttäuscht, dass es schon zu Ende ist." Von Begeisterung ihrer Schützlinge berichten auch Kindergärtnerinnen. Die nächsten Aufführungen finden am Dienstag statt. Insgesamt gibt es noch neun Vorstellungen, die letzte am 27. Dezember, 11 Uhr.

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