Algen bilden Teppich auf der Mulde

Der grüne Belag ist nicht nur ungiftig, sondern sogar für das ökologische Gleichgewicht wichtig. Er verschwindet von selbst.

Zwickau.

Die Zwickauer Mulde hat auf einigen Teilflächen ihre Farbe geändert. Hauptsächlich zwischen der Eckersbacher Brücke und dem Schlobigpark im Stadtteil Pölbitz hat sich ein dunkelgrüner Teppich an der Oberfläche gebildet, der von Spaziergängern misstrauisch beobachtet wird. Der Zwickauer Joachim Schönberg beispielsweise konnte sich keinen Reim auf den Belag machen. Er fragte bei der "Freien Presse" nach, worum es sich dabei handelt. Auch ein Hundehalter, dessen Vierbeiner Wasser an den fraglichen Stellen schlabberte, suchte vorsichtshalber einen Tierarzt auf.

Nach Einschätzung der unteren Wasserbehörde ist die grüne Schicht für Mensch und Tier völlig ungefährlich. Demnach handelt es sich bei den Algen um Wasserpflanzen, die in der Zwickauer Mulde und in Flüssen überhaupt nicht neu sind. Im Gegenteil: Es gibt sie eigentlich immer. "Durch das Niedrigwasser treiben die Algen jedoch an der Oberfläche und sind damit deutlichsichtbar", sagte die Pressesprecherin des Landratsamtes, Ilona Schilk. Dass das Phänomen kein Einzelfall ist, weiß man auch in der Zwickauer Stadtverwaltung. "Die Algen waren auch im letzten Jahr schon zu beobachten", sagte Stadtsprecher Mathias Merz. Die untere Naturschutzbehörde hat sich die Mulde inzwischen zwar angesehen, konnte jedoch die Pflanzen noch nicht endgültig untersuchen und bestimmen. Vermutlich sind die jetzt an der Wasseroberfläche treibenden Pflanzen einer Laichkraut-Art zuzuordnen, heißt es aus der Behörde. Normalerweise sind die Pflanzen im Boden des Flusses verwurzelt. Allerdings steigen sie auch ohne niedrigen Wasserstand auf. Die Blütenstände ragen für eine Windbestäubung kurzzeitig aus dem Wasser.


Dabei werden diese Wasserpflanzen durchaus nicht als notwendiges Übel betrachtet, sondern sie sind für die Mulde und ihr ökologisches Gleichgewicht sogar sehr wichtig. "Die sogenannten Makrophyten gehören neben den Fischen und im Gewässersubstrat lebenden Klein- lebewesen zu den Merkmalen eines guten ökologischen Gewässerzustandes", sagte Ilona Schilk.

Da die Wasserpflanzen zum biologischen Gewässersystem gehören, ist eine Beseitigung des Belages nicht vorgesehen. Spätestens beim nächsten kräftigen Regen und steigendem Wasserpegel sei das Naturphänomen wieder verschwunden.

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