Arbeitsagentur und Vermieter verhandeln nach Klage weiter

Behörde will trotz verlorenen Rechtsstreits eine einvernehmliche Lösung suchen. Räumen will man das Gebäude aber offenbar auch nicht.

Zwickau.

Eine Woche nach dem Urteil des Zwickauer Landgerichts, wonach die Kündigung des Mietverhältnisses durch den Vermieter zum 31. März rechtmäßig war, hat sich erstmals die Agentur für Arbeit ausführlich zum weiteren Fortgang geäußert. Demnach strebt man eine einvernehmliche Lösung an, um bis zum Jahresende weiter in dem Gebäude bleiben zu können und kein Übergangsdomizil suchen zu müssen. Anfang Dezember will man in einen Neubau an der Werdauer Straße ziehen.

Am vergangenen Freitag hatte das Landgericht im Sinne des Vermieters geurteilt. Jener hatte den Mietvertrag zum 31. März 2019 gekündigt und nach Aussagen der Arbeitsagentur-Vertreter vor Gericht für die restlichen Monate bis zum Auszug 1,7 Millionen Euro gefordert, mehr als die doppelte Jahreskaltmiete. Das Gericht attestierte der Agentur, sich durch Fristversäumnisse und Untätigkeit selbst in diese Lage gebracht zu haben.


Die Sprecherin der Zwickauer Arbeitsagentur, Simone Wagner, sagt dazu nur: "Hinsichtlich der Urteilsverkündung bedarf es keiner weiteren Ergänzungen." Die Kündigung bereite auch der Agentur Sorgen. Obwohl die Vermietungsgesellschaft das Recht hat, sofort das Gebäude räumen zu lassen, versichert Wagner: "Keinem werden durch die aktuelle Situation Nachteile entstehen. Die Zwickauer können sich weiter auf unsere volle Unterstützung verlassen." Wohin aber im Fall einer Räumung? Es sei zu früh, Alternativen offenzulegen, sagt Wagner. Das ist bemerkenswert, immerhin weiß die Behörde seit September 2018 von der Kündigung.

Das neue Gebäude an der Werdauer Straße befindet sich derzeit noch im Bau. Auch dort ist die Bundesagentur nur Mieterin. Immerhin: Der Zeitplan für den Bau werde eingehalten, hieß es.

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