Auf Schacht entsteht Kunstwerk

Der Förderturm wird bereits seit 40 Jahren nicht mehr gebraucht. Jetzt soll er ein Hingucker werden, der an die Zeit des Steinkohlenbergbaus erinnert.

Zwickau.

So grau wie zurzeit hat der Turm des Martin-Hoop-Schachtes IVa die längste Zeit ausgesehen. Der höchste Förderturm der Muldestadt wird jetzt zum Kunstwerk. Auf einer Fläche von etwa 30 mal 16 Metern soll darauf ein Bild entstehen, das die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Zwickauer Industriekultur als "Motor sächsischer Wirtschaft" widerspiegelt.

Der Landkreis Zwickau und die Firma MSB Metall- und Stahlsystembau, die Eigentümerin des Turmes ist, haben innerhalb des EU-Projektes "InduCult2.0" unter dem Motto "Lebendige Industriekultur abseits der Metropolen" nach einem Künstler gesucht, der das Vorhaben umsetzt. Es gab zwölf Bewerber. Fünf aus Deutschland, Italien und Portugal kamen in die engere Wahl. Eine siebenköpfige Jury entschied sich am Ende für Christoph Steyer aus Leipzig. Der 38-Jährige ist unter dem Namen Flamat als Illustrator und Gestalter aktiv.

Der Künstler wird voraussichtlich in der kommenden Woche mit der Fassadengestaltung beginnen, die fünf bis sieben Tage dauert. Gearbeitet wird dabei von einem speziell angebrachten Hängegerüst aus, Arbeitsmaterial: mehr als 150 Liter Fassadenfarbe und 250 Sprühdosen. Die Kosten für die Gestaltung der Südwest-Fassade belaufen sich auf insgesamt 60.000 Euro. Für das Kunstwerk werden europäische Fördermittel bereitgestellt. Der Kulturraum Zwickau/Vogtland fördert das Gerüst, und die MSB Metall- und Stahlsystembau übernimmt die Kosten der Fassadenrenovierung.

Vor 40 Jahren ist im Martin-Hoop-Schacht IVa letztmals Steinkohle gefördert worden. Seither erinnert der 54 Jahre alte Turm in der Pöhlauer Landschaft an die frühere Bedeutung dieses Industriezweiges für die Region.

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