Aus Kindern werden Akrobaten

Drei Tage lang haben 35Mädchen und Jungen Artistenluft geschnuppert. Sie waren Teilnehmer des alljährlichen Mülsener Herbstzirkuscamps.

Mülsen.

Mit Keulen oder Bällen jonglieren, gekonnt auf einem Einrad fahren oder Körperbeherrschung bei Luftartistik an einem freihängenden Ring beweisen: Fast schon mit scheinbarer Leichtigkeit meisterten die Teilnehmer am Mülsener Herbstzirkuscamp diese Herausforderungen. Ganz unbeleckt waren die meisten der 35 Nachwuchsartisten allerdings nicht. "Es sind wie jedes Jahr natürlich die Mädchen und Jungen dabei, die an unserem Projekt Circus Salto Salcin mitwirken. Hinzu kommen Jugendliche aus der Kunst- und Bewegungswerkstatt der Jacobusschule sowie Gäste des Kinder- und Ju- gendzirkus Applaudino aus Zittau", sagte Swen Kaatz, künstlerischer Leiter des Mülsener Circus Salto Salcin.

Als Leiter der einzelnen Workshops, konnte der 48-Jährige gleichgesinnte Künstler aus Berlin, Leipzig und Frankreich gewinnen. "Das war uns bei der Vorbereitung der Probentage sehr wichtig. Denn durch diesen Blick über den Tellerrand erschließen sich mitunter völlig andere Perspektiven und Denkweisen - bei Kindern und Erwachsenen." Wie Swen Kaatz sagte, gab es an allen Tagen ein straffes und anspruchsvolles Probenprogramm. Gegen Abend stand zwar stets freies Training an, aber gerade dabei hätten die jungen Nachwuchsartisten so richtig vor Ideen gesprüht und seien noch mehr aus sich heraus gegangen als sowieso schon.

Die Teilnehmer schmorten mit den Ergebnissen der Probentage auch nicht im eigenen Saft, wie man so sagt, sondern präsentierten die Ergebnisse bei zwei Aufführungen. Am Mittwoch zeigten sie ihr Können vor heimischem Publikum. Einen weiteren Auftritt gab es am Donnerstag im soziokulturellen Zentrum "Kraftwerk" in Chemnitz. Swen Kaatz: "Öffentliche Auftritte sind das Salz an der Suppe eines solchen Projektes. Sie fördern nicht nur den Ehrgeiz und die Kreativität, sondern sind für die Kinder und Jugendlichen immer auch eine Art Selbstbestätigung."

Ähnlich äußerte sich Tobias Richter, Direktor des Kinder- und Jugendzirkus Applaudino. Er leitete nicht nur den Einrad-Workshop, sondern hatte auch einige seiner Schützlinge mit nach Mülsen gebracht. "Für die Kinder und Jugendlichen ist es total schön, auch mal mit anderen Gleichaltrigen zusammenzuarbeiten. Sie erleben oftmals völlig neue Abläufe und lernen neuartige Kunststücke kennen, profitieren zudem vom Wissen und dem Erfahrungsschatz der unterschiedlichen Workshopleiter. Das alles sind Gründe, weshalb wir schon zum wiederholten Male an diesen Probetagen in den Herbstferien teilnehmen", sagte der 51-Jährige. Ein weiterer Vorzug: Seiner Erfahrung nach begegnen sich "Zirkuskinder" recht schnell, sind sehr kontaktfreudig. Das hänge unter anderem damit zusammen, dass sie gewohnt sind, miteinander zu arbeiten. Auch wenn die Zittauer und Mülsener Zirkusprojekte auf der Grundlage christlicher Werte basieren, sind sie offen für alle Nachwuchsartisten.

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