Bilder, Briefe, Partituren wecken Neugier auf Komponistin

Im Zwickauer Schumannhaus ist seit Sonntag eine neue Ausstellung zu sehen: Sie befasst sich mit Clara Wieck.

Zwickau.

"Clara Schumann als Komponistin" ist die am Sonntag eröffnete Sonderausstellung im Zwickauer Robert-Schumann-Haus überschrieben. Gezeigt werden auch Neuerwerbungen aus dem In- und Ausland.

Das Schaffen der bedeutendsten Pianistin und romantischen Komponistin des 19. Jahrhunderts vor Augen zu führen, ist eine Herausforderung, gibt Schumann-Haus-Direktor Thomas Synofzik zu. Porträts, Originalhandschriften, Erstdrucke, Briefe und Tagebuchdokumente sollen Geschichten erzählen. Geschichten rund um die Werke der 1819 in Leipzig geborenen Clara Wieck, einer bald weltbekannten Pianistin und Ehefrau des Komponisten Robert Schumanns.

Die Entwicklung vom neunjährigen, in europäischen Konzertsälen gefeierten Wunderkind bis zur lebenserfahrenen Frau und Komponistin illustrieren 36 Exponate, platziert in fünf Glasvitrinen, thematisch geordnet nach frühen Klavierkompositionen, Werken mit Robert Schumann, Liedern, Dresdner und Düsseldorfer Schöpfungen sowie späten Arbeiten und Publikationen nach dem Tod des Ehemannes.

Als "ganz artig" bespricht Musikkritiker Ludwig Rellstab das im Mai 1831 erschienene op.1 (vier Polonaisen) der elfjährigen Clara. 1853, nach einer Schaffenspause, bei der Arbeit an Variationen eines Themas Robert Schumanns, schwingen Selbstzweifel mit: "Meinem geliebten Mann - ein schwacher Wiederversuch..." Das Klaviertrio op. 17 - von Kritikern als Höhepunkt ihres Schaffens angesehen - bringt sie erstmals 1860 öffentlich zur Aufführung, 13 Jahre nach Entstehung. Einem Freund schreibt sie: "Was sagen Sie zu meiner Courage?"

"Emotional, kühn, wegweisend", beschreibt Musikwissenschaftler Thomas Synofzik die Kompositionen Clara Schumanns - in Summe etwa zwei Dutzend Lieder, Kammermusikstücke und Klavierwerke mit Orchester. Als Frau bleibt Clara eine Ausnahmeerscheinung ihrer Zeit: mit einer einzigartigen beruflichen Karriere, die sie mit ihrem Leben als Ehefrau und Mutter von acht Kindern verbinden will, aus finanzieller Not häufig muss. Das Komponieren stellt sie nach dem Tod Roberts 1856 ein. Ihre Werke gibt sie allerdings bei renommierten Verlagen erfolgreich in Druck.

Wie zum Beispiel ihre 1892 in einer Londoner Mädchenzeitschrift veröffentlichte Romanze a-Moll , die Thomas Synofzik erst jetzt aufgespürt hat und für das Schumann-Haus erwerben konnte. Auch für Ausstellungsbesucher, die Mühe haben, altdeutsche Handschriften zu entziffern oder aus Notenblättern Töne herauszuhören - das Konterfei der 16-jährigen Clara, ihre feine, schwungvolle Schrift, der Austausch mit Weggefährten wecken Neugier auf eine kluge, schöne Frau und ihre Musik. Und auf weitere Ausstellungen und Konzerte, die das Robert-Schumann-Haus im 200. Geburtsjahr von Clara ausrichten wird. Das gestrige Konzert war mit 140 Besuchern ausverkauft.

Die Ausstellung "Clara Schumann als Komponistin" ist bis zum 31. März im Robert-Schumann-Haus Zwickau zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 - 17 Uhr, Samstag und Sonntag 13 - 17 Uhr. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

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