Blubberblasen im Einsatz gegen Faulschlamm im Teich

Eigentlich sollte das Gewässer am Tiergehege in Marienthal abgelassen und entschlämmt werden. Jetzt ist die Sanierung mithilfe von Luft angelaufen.

Zwickau.

So mancher Besucher des Tiergeheges Waldstraße im Zwickauer Ortsteil Marienthal wunderte sich am Dienstagnachmittag über die aufsteigenden Blasen im oberen Teich. Gleich vier Linien Blubberblasen durchziehen jetzt dort das Gewässer.

"Es handelt sich dabei um ein System zur biologischen Gewässersanierung, dass eine Dresdner Firma gerade installiert hat", sagt die Sachgebietsleiterin Wasserwirtschaft im Zwickauer Tiefbauamt, Elke Kschadow. Ihr zufolge war eigentlich geplant, den Teich im vorigen November abzulassen, weil er dringend entschlämmt werden musste. Weil aber unterhalb der Teiche Bauarbeiten am Marienthaler Bach gelaufen sind, die noch nicht abgenommen worden waren, sei das Ablassen nicht möglich gewesen. "Somit konnte auch das Abfischen und Umsetzen des enormen Fischbestandes nicht erfolgen. Dafür sind bestimmte Temperaturen und Witterungsbedingungen nötig, die solche Arbeiten nur im Herbst oder Frühjahr ermöglichen", sagt sie.

Um nicht ein weiteres Jahr untätig verstreichen zu lassen, soll nun die Wasserqualität mit einem System zur biologischen Gewässersanierung verbessert werden. Geplant sind vorerst drei Jahre. Die Kosten inklusive Strom liegen bei etwa 10.000 Euro. Das sei deutlich preiswerter als alle Schlamm- und Sedimentablagerungen auszubaggern und abzutransportieren. Immerhin habe eine Vorerkundung eine Menge von 5000 Kubikmetern ergeben.

Thomas Liebisch vom Sachgebiet Wasserwirtschaft erläutert, wie eine solche biologische Sanierung erfolgt. "In der Faulschlammschicht im Teich leben Mikroorganismen und andere Kleinstlebewesen, die durch das Einleiten von Luft aktiviert werden", sagt er. "Sie bauen Faulschlamm ab, sodass nur noch Sand und Steine, die in den Teich gespült wurden, übrig bleiben. Damit reduzieren wir die Menge der Ablagerungen enorm. Gleichzeitig verbessert sich die Wasserqualität." Liebisch berichtet, dass in einem anderen Gewässer, wo diese Methode im Einsatz ist, innerhalb eines Jahres die Menge der Ablagerungen halbiert werden konnte.

In Marienthal wird Luft mit zwei kleinen Kompressoren in zwei Schläuche gedrückt. Diese verlaufen durch das Gelände des Tiergeheges und den Teichüberlauf. Dann gabeln sie sich zu vier perforierten Schläuchen, die am Teichgrund entlang verlaufen. Durch die entweichende Luft entstehen die vier Blubberblasen-Streifen im Gewässer.

"Die Uferabbrüche längs der Straße werden ab dem Herbst von Mitarbeitern des Sachgebietes Wasserwirtschaft gesichert", sagt Elke Kschadow. Eigentlich seien die Arbeiten bereits jetzt im Frühjahr geplant gewesen, konnten aber aufgrund des nestbauenden Schwans noch nicht erfolgen.

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