Ein Quartett hebt in den Himmel ab

Beim Zwickauer Flugplatzfest am Wochenende sind auch Piloten vom tschechischen Flyin-Bulls-Aerobatic-Team dabei. Sie zeigen tollkühne Aktionen in der Luft.

Zwickau.

Die Besucher der Zwickauer Flugplatzfeste und internationalen Flugschauen interessieren sich in der Regel dafür, wer eigentlich die "tollkühnen Männer" in den Cockpits der Kunstflugmaschinen sind. An vorderster Stelle rangiert hierbei das tschechische Flying-Bulls-Aerobatic-Team. Der Sprecher der Flugschau nennt zwar jeweils die Piloten, aber bei den vielen Eindrücken für Ohr und Auge sind die Namen rasch wieder vergessen.

Der an der Spitze fliegende Verbandsführer, sozusagen der Chef im Ring im Flying-Bulls-Aerobatic-Team, ist der 38-jährige Stanislav Èejka, der diese Aufgabe von Radoslava (Radka) Machova übernahm und sie wiederum einst von einem der Gründungsmitglieder des Sky-Box-Teams, Jiři Tlustý. Der Altmeister, ein Flugzeugkapitän, blieb auch nach dem Ausscheiden "gute Seele" dieser einmaligen Truppe.

Èejka wurde mit 16 Jahren Segelflieger und wechselte dann zum Motorflug. Schnell begeisterte er sich für den Motorkunstflug und schaffte es sogar bis zum nationalen Champion. Beruflich ist er Pilot eines Kampfjets der Armee. Da ist er hohe Geschwindigkeiten und blitzschnell zu treffende Entscheidungen gewohnt. An seiner Maschine prangt hinten ein "A".

Am linken Flügel der Viererformation fliegt Jan Rudzinskyj (47). Erst 1989 konnte er mit dem Segelfliegen beginnen, weil ihm die damaligen Machthaber nicht über den Weg trauten. Sie glaubten, er würde sich "ganz bestimmt" in den Westen absetzen. Seine XA 42 trägt ein "B".

Miroslav Krejèi ist mit 61 Jahren der Senior oder auch der "fliegende Alterspräsident". Er war Mitglied der tschechischen Nationalmannschaft im Präzisionsflug. Der Fluglehrer ist studierter Informatiker und Spezialist für Flugsimulatoren. Er zählte bereits zu Zeiten Tlustýs und Radka Machovas zum Team. Miroslav bildet den rechten Verbandsflügel - er trägt das "C" am Seitenleitwerk.

In der hinteren Position vervollkommnet Jan Tvrdik (33) das vierblättrige Kleeblatt mit dem "D" am Flugzeug. Wie sein Teamkollege Stanislav Čejka ist er Militärflieger.

Am Boden sind sie vier Piloten und am Himmel ein geschlossenes Ganzes. Oftmals fliegen sie so eng zusammen, mit Tuchfühlung zum Neben- oder Vordermann, dass so manchem Zuschauer der Atem stockt. Wie geht so etwas eigentlich? Die Frage beantwortete vor Jahren einmal Altmeister Jiři Tlustý in Zwickau: "Training, Training, Training. In der Anfangszeit kam es schon vor, dass sich die Leitwerke unserer Flugzeuge (viele Jahre tschechische Zlin 50 LX - d. Red.) küssten. Aber ganz zärtlich. Wie 'Mann' eben eine Frau küsst", sagte er lachend. Dabei blitzte ihm der Schalk aus den Augen, ganz wie seinem berühmten und braven Landsmann Schwejk.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...