Einigung im Tarifstreit

Nach zähem Ringen im Vorfeld haben sich das städtische Heinrich-Braun-Krankenhaus und die Gewerkschaft Verdi auf Lohnsteigerungen verständigt.

Zwickau.

So öffentlich der Streit im Vorfeld ausgetragen wurde, so geräuschlos sind die Verhandlungen verlaufen. Am Ende haben sich das städtische Heinrich-Braun-Klinikum (HBK) Zwickau und die Gewerkschaft Verdi nach zwei Verhandlungsterminen auf eine stufenweise Erhöhung der Gehälter geeinigt. Das hat das HBK am Donnerstag bekanntgegeben.

Demnach wird bis 2021 für alle nichtärztlichen Krankenhaus-Mitarbeiter die Entgeltordnung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVÖD) mit entsprechenden Stufen eingeführt. Das Entgeltniveau entspreche dann 98 Prozent des bis 2020 geltenden Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst. Verdi hatte eine Angleichung an das Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Diensts gefordert.


Die Tarifparteien haben sich zudem auf eine stufenweise Erhöhung geeinigt. Die Erhöhungen sollen zum 1. Oktober 2019, 1. Juli 2020 und zum 1. März 2021 greifen. Außerdem werde künftig die Entgeltordnung des TVÖD angewendet. Die bislang jährlich bezahlte leistungsorientierte Bezahlung ist zukünftig Bestandteil des Festgehalts.

Beide Seiten äußerten sich zufrieden über den Abschluss. HBK-Verhandlungsführerin Dagmar Stabernack sagt: "Das HBK liegt hinsichtlich der Vergütung bereits gegenwärtig über dem Niveau der umliegenden Krankenhäuser. Bei Umsetzung der verhandelten Eckpunkte wird das Niveau noch einmal steigen." Thomas Mühlenberg von der Gewerkschaft Verdi betont: "Die Erhöhung der Entgelte für die Beschäftigten setzt ein starkes Zeichen. So wird die politische Diskussion zur Aufwertung der Gesundheitsberufe nicht nur mit geführt, sondern mit Fakten in Form von guten Tarif- ergebnissen auch untersetzt."

Ganz ausgestanden ist der Tarifstreit am HBK damit noch nicht. Die Verhandlungen zum Manteltarifvertrag werden ab Herbst 2019 fortgeführt. Dass aber die ersten Verhandlungsrunden ohne öffentliche Schuldzuweisungen über die Bühne gegangen sind, ist angesichts der Vorgeschichte bemerkenswert. 2018 hatten sich Verdi und die HBK-Geschäftsführung einen erbitterten Streit geliefert. Verdi warf dem HBK vor, Ausgliederungen voranzutreiben, um die bevorstehenden Tarifverhandlungen zu unterlaufen. Nach Mitarbeiterprotesten wurden weitere Auslagerungsvorhaben im Dezember 2018 von der Tagesordnung des Stadtrats abgesetzt. Das HBK mit seinen rund 2200 Mitarbeitern gilt als zweitgrößter Arbeit- geber in der Region.


Paracelsus-Klinikum: Mehr Geld für Ärzte

Auch beim Paracelsus-Klinikum gibt es mehr Geld. Im Gegensatz zum HBK, wo die Lohnsteigerungen ausschließlich dem nicht-ärztlichen Personal zugute kommen, betrifft die Paracelsus-Einigung ausschließlich die Mediziner. Die Standorte Zwickau und Reichenbach/V. haben sich laut einer Mitteilung des Krankenhauskonzerns mit dem Marburger Bund auf eine Gehaltserhöhung bis 2021 um insgesamt mehr als zehn Prozent geeinigt. "Der neue Tarifvertrag ist attraktiv für heutige und künftige Kollegen", kommentiert die Klinik-Managerin des Zwickauer Paracelsus-Standorts, Uta Ranke. Die Kliniken wollen nun für den Manteltarifvertrag über flexible Arbeitszeitmodelle, Nachtarbeitszuschläge, Rufbereitschaftsdienste sowie über eine Anpassung der Altersteilzeitregelung verhandeln. (nie/ael)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...