Erinnerungen leben weiter

Graffitikünstler gestaltet mit Schülern ein Wandbild. Ein 16-Jähriger baut eine legendäre Walzerfahrt als Modell nach. Ein Pfarrer und seine Frau ziehen um.

Swen Gottschalk (35), Graffitikünstler, verzierte am Wochenende gemeinsam mit gut einem Dutzend Heranwachsender das Sportgerätehaus der Mittelschule Lichtentanne mit einem umlaufenden Wandbild. Eingebettet in eine Gebirgslandschaft finden sich mehrere Motive, die einen Bezug zu dem Dorf haben. "In den Winterferien fertigten die Schüler nach ihren Ideen Skizzen an, aus denen ich dann einen Entwurf für die Gesamtdarstellung erstellt habe. Im Rahmen von Workshops haben wir die handwerklichen Voraussetzungen für das Sprühen geschaffen. Die Workshop-Ergebnisse werden später ausgestellt", sagte Swen Gottschalk. Er stammt aus Zwickau und hat seinerzeit unter dem Dach des Vereins "Kontraste" zahlreiche Graffiti-Projekte realisiert. Inzwischen lebt er in Jena. Über seine Kontakte von damals kam auch sein Mitwirken an dem Lichtentanner Projekt zustande. Initiiert wurde es vom Kinder- und Jugendverein "Pleißental", der auch einen Teil der Kosten trägt. Die restlichen Gelder übernehmen die Gemeinde und der Kulturraum. (awo)


Max Herrmann (16), Modellbauer, hat einen ganz besonderen Beitrag zum Frühlingsfest auf dem Zwickauer Platz der Völkerfreundschaft geleistet. Unter den geschickten Händen des jungen Mannes aus dem thüringischen Rudolstadt entstand ein Modell der legendären Walzerfahrt der Zwickauer Schaustellerfamilie Walz. Wenige Stunden vor der Eröffnung des Rummels konnte der 16-Jährige sein Werk zeigen. "Ich habe seit Oktober daran gearbeitet, bin allerdings erst in der Nacht vor der öffentlichen Präsentation damit fertig geworden", sagte er. Das Modell sei auf eine Initiative von Marco Walz, Sprecher des Zwickauer Schaustellerverbandes, entstanden. "Er hat mich gefragt, ob man so etwas als Miniaturausführung nachbauen kann. Dank Fotos und entsprechender Zuarbeiten, was die Gestaltung der Gondeln und Seitenwände angeht, konnte ich ziemlich gut arbeiten", sagte er. Besucher des Frühlingsfestes können das Modell auf dem Festgelände sehen - aber erst in der kommenden Woche. Das Original allerdings, die Walzerfahrt Baujahr 1938, dreht sich momentan auf einem historischen Frühlingsfest in Nürnberg. (awo)


Uwe Pikart (61), diplomierter Bauingenieur aus Oberhohndorf, führte zum "Feuerzauber" am Samstag interessierte Besucher durch das Historische Dorf am Krebsgraben in Zwickau. Der Landesfachgruppenleiter der Zimmerer des sächsischen Baufachverbandes gab zu, besonders stolz darauf zu sein, mit seinem Sohn Jörg und dessen Firma Ingenierholzbau von Anfang an an der Entstehung des Historischen Dorfes beteiligt gewesen zu sein. Dabei sei ihnen auch an die nachhaltige Nutzung ganz wichtig gewesen. "Wir sind nicht nur ein bisschen stolz, sondern hoffen, dass das Historische Dorf eine Zukunft hat", sagte der Bauingenieur, der in den beiden Bauführungen detaillierte Ausführungen zu allen Holzarten samt ihrer Herkunft und den Arbeiten geben konnte. (lth)


Frank Bliesener (53), Pfarrer, und seine Frau Annegret (42) sind umzugsbereit, alles ist verpackt. Der Pfarrer wurde am Sonntag in einem festlichen Gottesdienst im Dom St. Marien aus der evangelisch-lutherischen Nicolaigemeinde verabschiedet. Mit seiner Frau zieht es ihn ins erzgebirgische Großolbersdorf. Nach knapp 13 Jahren in Zwickau war es Zeit für die nächste Station. Standen im Zwickauer Stadtzentrum viele kirchliche Baustellen und ein großer Verwaltungsaufwand im Mittelpunkt, kann sich der Geistliche jetzt wieder mehr dem Gottesdienst und dem Gemeindeleben widmen. Trotzdem fällt der Abschied schwer. "Ich lasse ein wunderbares Mitarbeiterteam zurück. Und die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung werde ich auch in sehr guter Erinnerung behalten" sagte er beim Abschied. Auch umgekehrt lässt man die beiden nicht gerne ziehen. Kirchvorsteher Holger Heberlein betonte im Gottesdienst: "Wir werden das Engagement von beiden und gerade auch das solistische Singen von Annegret Bliesener nicht so schnell vergessen." Die Hauptvertretung in der Zwickauer Nicolaigemeinde mit ihren drei Kirchen und einer Kapelle übernimmt Pfarrer Anselm Meyer aus der Marienthaler Pauluskirchgemeinde. (sgu)


Ray Lätzsch (49), Vorsitzender des sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, konnte am Samstag im August-Horch-Museum in Zwickau Vertreter der 65 Mitgliedsvereine des Verbandes begrüßen. Grund war die Landesdelegiertenversammlung. "Der Steinkohlenbergbauverein Zwickau hatte sich für die Ausrichtung der Veranstaltung beworben. Da wir das Treffen reihum in Sachsen durchführen und vergangenes Jahr im Osterzerzgebirge waren, hat es sich angeboten, diesmal hier zu tagen", sagte er. Der anstehenden Entscheidung darüber, ob die Montanregion Erzgebirge als Unesco-Weltkulturerbe anerkannt wird, sieht er gelassen entgegen. "Es wäre schön, wenn es klappt, aber man sollte an die Zuerkennung auch keine überzogenen Hoffnungen knüpfen. Wir haben hier bei uns schon vorher Bergbaugeschichte betrieben und werden auch weiterhin unsere Bergbautraditionen pflegen." In diesem Zusammenhang wies Ray Lätzsch auf das Bergfest Mitte September in Pobershau hin. Dort werden zur Bergparade, die nur alle fünf Jahre stattfindet, 1000 Teilnehmer erwartet. (awo)

 


Kerstin Wollschläger (54), Regieassistentin, Souffleuse und Inspizientin am Theater Plauen-Zwickau, stieg als Souffleuse am ersten Probentag in die Arbeit am Schauspiel "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" ein. Während sie in Plauen hinter den Kulissen souffliert, können die Zuschauer im Malsaal in Zwickau ihre Arbeit quasi beobachten und sehen, wie sie hochkonzentriert und lautlos Wort für Wort, Zeile für Zeile und Seite für Seite das 140 Seiten umfassende Textbuch durchgeht. In das Geschehen eingreifen musste sie weder bei der Premiere in Plauen am 23. März noch in Zwickau am 26. April, verrät die gebürtige Erzgebirgerin. Bevor sie nun am 4. Mai bei der zweiten "Johanna"-Vorstellung im Malsaal das Soufflieren übernimmt, wird Wollschläger am 1. Mai ebenda als Inspizientin für den reibungslosen Ablauf von Euripides Tragödie "Medea" sorgen. (lth)

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