Es geht wieder rund am Ankerberg

Der Motorrad Grand Prix auf dem Sachsenring steht kurz bevor. Auf Campingplatz und Partymeile zieht wieder Leben ein.

Hohenstein-Ernstthal.

Schausteller Jonas Schmidt (22) balanciert auf einer Leiter und prüft die Anschlüsse des "Aviators", des 36 Meter hohen Karussells, dass er mit seinem Kollegen Stefan Turcu (25) errichtet hat. Über ihm gleiten lautlos die Wolken. Um Schmidt und Turcu herum wird fleißig geschraubt, gehämmert und aufgebaut.

Auf dem Ankerberg zieht Leben ein. Bevor ab Freitag der Motorrad Grand Prix bei Hohenstein-Ernstthal startet, bevölkern Besucher, Schausteller und Organisatoren den Hügel gegenüber dem Sachsenring. Auf dem Ankerberg, Partymeile und Zeltplatz in einem, werden laut Organisatoren nicht weniger als 5000Besucher erwartet - darunter 3500 Camper.


Zwei davon sind Mike Müller (33) und Andreas Palen (46). Müller stammt aus Hohenstein-Ernstthal, seine Eltern flohen noch vor dem Mauerfall mit ihm in den Westen. "Heute lebe ich in Salzwedel in Sachsen-Anhalt und komme nun schon zum sechsten Mal wegen des Grand Prix nach Hohenstein-Ernstthal zurück", erzählt er. Das Duo wird nicht lange alleine bleiben. Kumpel Andreas Palen aus Radeberg berichtet: "Wir sind schon seit Montag hier und warten auf unsere Truppe." Die Schlafzelte und das Küchenzelt stehen schon. In Kühlboxen haben sie ihren Vorrat angelegt: Bier und Würstchen. "Bis die ersten Motorräder auf dem Sachsenring fahren, wird uns hier nicht langweilig", so Mike Müller. Übertreiben mit dem Bier will er es nicht. Denn seine Frau Bianca hat sich mit Töchterchen Maybelle (6) angekündigt.

Inzwischen haben die beiden Schausteller Jonas Schmidt und Stefan Turcu den Aufbau so gut wie geschafft. Kerzengerade ragt der Stahlpfeiler ihres Karussells in die Luft. Ganz oben ist ein rotes Doppeldecker-Flugzeug zu sehen. "Ganz so waghalsig wie in einem richtigen Flugzeug wird es in dem hier zwar nicht", so Schmidt. Aber für Aufregung sorge so eine Fahrt allemal. Er fügt hinzu: "Für mich ist es immer das Schönste, die glücklichen Gesichter der Eltern und Kinder zu sehen." Gefährlich werde es allerdings, wenn Betrunkene eine Runde drehen wollen. Ein Schwips sei noch in Ordnung. Aber wer schon tiefer ins Glas geschaut habe, für den ist eine Fahrt nichts.

Luisa Drummer (30) vom Ankerbergfestival-Veranstalter hat auch schon einiges geschafft. Vor zwei Wochen habe sie mit ihren Kollegen begonnen, den Campingplatz vorzubereiten. In kürzester Zeit wurde aus einem Acker das Festivalgelände gemacht, mit Park- und Zeltplätzen, Stromkästen und Arealen für die Partymeile. "Jetzt werden die Bühnen aufgebaut, die Schausteller und Camper müssen eingewiesen werden", sagt sie. Ist das alles geschafft, kümmert sie sich vor allem um die Besucher. Nach viel Party wisse nicht mehr jeder, wo sein Zelt stehe.

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