FDJ-Demos ziehen durch Zwickau

Organisation streitet für Rückkehr des Sozialismus

Zwickau.

Insgesamt etwa 100 Teilnehmer haben am Freitag und Samstag in Zwickau an Demonstrationen der Freien Deutschen Jugend (FDJ) teilgenommen. Am Freitag zogen neben anderen Aktionen im Stadtgebiet etwa 30 Menschen vom Bahnhofsvorplatz zum Georgenplatz. Auf Flyern der FDJ, die laut Webseite ihren Hauptsitz im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin hat, wurde für die zweite Veranstaltung geworben. Unter dem Motto "Demonstration gegen Faschismus und Krieg" trafen sich am Samstag mehr als 50 Menschen am Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Schwanenteich und zogen dann durch die Innenstadt. Auch auf dem Rathausbalkon wurde die FDJ-Fahne geschwenkt.

Die FDJ agitiert in ihren Publikationen gegen die bestehende Rechts- und Wirtschaftsordnung. "30 Jahre sind genug! Revolution und Sozialismus!", heißt es da. Der ehemalige Zwickauer Ordnungsamtsleiter und frühere Stadtrat Karl-Ernst Müller (CDU/Blaue Partei) zeigte sich von der Präsenz der historischen FDJ-Symboliken in der Muldestadt entsetzt. "Diese Organisation war weder frei noch deutsch. Wer der Organisation nicht beitrat, wurde benachteiligt, keine Oberschule und anderes", erklärte Müller. Bei der FDJ handelte es sich zu DDR-Zeiten um die staatliche Jugendorganisation und SED-Kaderschmiede. (dha/rpk)


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3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    5
    fliegenderRobert
    10.03.2020

    Laut MDR wurde auf der Demo auch die DDR verherrlicht.
    Naja, mich wundert in dieser sogenannten Bundesrepublik gar nichts mehr.
    Der braune und der rote Mob toben sich wieder auf deutschen Straßen aus.
    Man kann sich nur noch angewidert ins Private zurückziehen

  • 3
    9
    Distelblüte
    09.03.2020

    Die FDJ war keinesfalls frei. Soweit Zustimmung zu Karl-Ernst Müller, CDU. Deutsch war sie allerdings schon - der Gedanke der internationalen Völkerverständigung war ein recht theoretisches Produkt, Kontakte ins (sozialistische) Ausland staatlich gelenkt und kontrolliert.
    Abgesehen davon, dass sich hier eine linksreaktionäre Bewegung präsentiert, sollte Herr Müller nicht versuchen, die Definition "deutsch" für die eigene parteipolitische Agenda zu verwenden. Dafür gibt es ja schon die afd.

  • 11
    4
    sglmaz
    09.03.2020

    Hier kann man bloß sagen, schlimmer geht*s nimmer. Man fragt sich, was in den Köpfen dieser Menschen vorgeht. Nichts. Sie wären besser beraten, sich einmal mit der Diktatur des SED-FDJ-Staates auseinander zusetzten, aber da muss man ja denken. Wir sind deshalb 1989 auf die Straße gegangen um unter anderen diese Uniformierung nicht mehr zu sehen. Diesen Menschen hätten diese Zeit einmal miterleben sollen, als sich jetzt so aufzuspielen, Ich finde dieses einfach dumm und unüberlegt. Ich habe nichts gegen einen Marsch gen Faschismus und Krieg, aber nicht in diesem Aufzug.